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Porsche und VW: Gemeinsam nach vorne. Foto: IG Metall

Porsche und VW

Gemeinsam nach vorne

23.07.2009 Ι Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist zurückgetreten. Porsche und VW sehen einer gemeinsamen Zukunft entgegen. Ein integrierter Automobilkonzern soll es werden. Die Betriebsratsvorsitzenden beider Autobauer und Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, haben beschrieben, wie das aussehen kann.

Beide Unternehmen standen in den vergangenen Wochen unter hohem Druck. Die Arbeitnehmer haben diese Situation nicht verursacht, daher ist für Berthold Huber auch klar: " Bei den Arbeitnehmern darf es nur Gewinner geben."
Fest steht, dass Porsche eine Kapitalerhöhung braucht. Eine Lösung ist das Zusammengehen von VW und Porsche. Für den geplanten integrierten Automobilkonzern muss in den kommenden Wochen ein industrielles und finanzielles Gesamtkonzept erarbeitet werden. Dabei stehen für die Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück und Bernd Osterloh sowie Berhold Huber folgende Ziele im Vordergrund:

Beteiligung der Beschäftigten am Unternehmen
Neben erweiterten Mitspracherechten strebt die IG Metall eine Beteiligung der Mitarbeiter am Kapital des neuen Konzerns an. Die Beteiligung soll in einer separaten Einheit gebündelt werden, damit die Belegschaft als Aktionär ihre Interessen auf Hauptversammlungen vertreten kann. Die daraus entstehende Dividende soll allen Belegschaften zu Gute kommen. Eine Kapitalbeteiligung der Beschäftigten am neuen Konzern kann laut Huber bei zehn Prozent liegen.

Mitbestimmung stärken
Die Regelungen des VW-Gesetzes müssen weiter bestehen. So kann eine Standortverlagerung beispielsweise nicht gegen die Mehrheit der Belegschaft durchgesetzt werden. Das VW-Gesetz wurde bisher für alle Marken angewandt und soll auch für Porsche gelten.
Außerdem soll langfristig sichergestellt werden, dass die Familien Piech und Porsche Volkswagen nicht mehr übernehmen wollen und auch keinen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abschließen wollen.

Beschäftigungs- und Standortsicherung
Auf keinen Fall darf es negative Effekte für die Beschäftigten geben, wenn die Unternehmen künftig ihre Synergiepotentiale nutzen. Gemeinsames Ziel ist es daher, alle Arbeitsplätze bei Volkswagen, Audi und Porsche zu sichern. Porsche soll durchaus Porsche bleiben: Entwicklung, Produktion und Vertrieb sollen weiterhin eigenständig von Porsche geführt werden.

Berthold Huber und die Betriebsratsvorsitzenden Osterloh und Hück begrüßten Wiedekings Entschluss zum Rücktritt, sowie den Entschluss, die Hälfte seiner Abfindung an eine Stiftung zu spenden. Damit sollen sozial gerechte Entwicklungen an allen Porsche-Standorten unterstützt werden.

Finanzspritze für Porsche
Um den Sportwagenhersteller finanziell zu sanieren, hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Schulden duch eine Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro durch den Einstieg des Golfemirats Katar abzubauen. Eine weitere Sperrminorität soll es nicht geben. Katar soll mit weniger als 20 Prozent am neuen Konzern beteiligt werden.

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