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P+S-Werften: Geld der Altersteilzeitkonten wird ausgezahlt

Rettung in letzter Minute

01.11.2012 Ι Die älteren P+S-Arbeiter bekommen ihr Altersteilzeitgeld zurück, die R+V-Versicherung und der Insolvenzverwalter der P+S-Werften haben einen Ausweg gefunden. Zumindest erhalten sie einen Teil ihres Geldes, aber für den Rest besteht nun auch Hoffnung.

Die IG Metall Küste hat die Regelung zur Altersteilzeit bei den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast begrüßt. "Gemeinsam mit der R+V-Versicherung und dem Insolvenzverwalter ist es uns gelungen, eine gute und vor allem schnelle Lösung für die Betroffenen zu finden", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die rund 100 Werftmitarbeiter bekommen jetzt insgesamt rund 2,7 Millionen Euro ausgezahlt und müssen nicht jahrelang auf ihr Geld warten. Ursprünglich sollten insgesamt zirka 3,8 Millionen Euro in die Insolvenzmasse fließen. "Es ist auch richtig, dass die Versicherung den restlichen Betrag bei der alten Geschäftsführung geltend macht und die Verursacher in Haftung nimmt", betonte Geiken. Diese Lösung war nur möglich durch eine sehr kooperative Zusammenarbeit zwischen Versicherung, Gewerkschaft und Insolvenzverwalter.


Geld war nicht gegen Insolvenz gesichert worden

Zuletzt schien den Beschäftigten der P+S-Werften nichts erspart zu bleiben. Vor knapp drei Monaten wurde die Insolvenz des Schiffbau-Unternehmens bekannt und damals hätte wohl niemand gedacht, dass die Stimmung in Stralsund und Wolgast noch tiefer hätte sinken können. Dann wurde bekannt: 3,8 Millionen Euro, die die Beschäftigten für ihre Altersteilzeit gespart hatten, sollen sie nicht zurückbekommen, es solle in die Insolvenzmasse fließen, hieß es. "Das angesparte Geld der Beschäftigten war von der Geschäftsleitung offenbar nicht gegen Insolvenz gesichert worden", erklärte Heiko Messerschmidt, Pressesprecher der IG Metall Küste.

"Das ist ein unfassbares Desaster, wie wir es noch nie erlebt haben", hatte Meinhard Geiken seine Erschütterung zum Ausdruck gebracht. Der prozentuale Anteil an Arbeitern in Altersteilzeit ist bei den P+S-Werften doppelt so hoch wie in anderen Unternehmen. Werftleitung und IG Metall hatten in den vergangenen Jahren dafür geworben, um einem Stellenabbau sozialverträglich zu begegnen. 


IG Metall Küste drängt auf Genehmigung von Massekredit

Zurzeit werden die 1800 Beschäftigten auf eine Geduldsprobe gestellt. Die IG Metall Küste hat die EU-Kommission aufgefordert, einen beantragten Massekredit für die P+S-Werften möglichst schnell zu genehmigen. Dabei handelt es sich um eine Art Eilkredit, den insolvente Unternehmen für ihr Tagesgeschäft beantragen. "Die Werften brauchen das Geld, um bestehende Aufträge wie das Offshore-Konstruktionsschiff abarbeiten zu können", sagte Bezirksleiter Geiken. Durch den Weiterbau dieses Schiffes könnten die Beschäftigten zeigen, dass der Standort auch für andere Unternehmen aus dem Spezialschiffbau attraktiv ist.

"Ein Zusammenbruch der beiden Werften wäre eine Katastrophe für die gesamte Region", erklärt Guido Fröschke, der IG Metall-Bevollmächtigte von Vorpommern.
Die P+S-Werften gehören zu den zehn größten Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern. Seit der Finanzkrise kämpft der Schiffbauer trotz guter Auftragslage mit Geldnöten. Bei der Auslieferung von zwei Großfähren und zwei Spezialschiffen kam es zu Verzögerungen, was die Situation weiter verschärfte.

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