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Offener Brief an Frankreichs Justizministerin Christiane Taubira

Rassistische Kampagne gegen schwarze Ministerin

15.11.2013 Ι Die IG Metall und die Initiative "Respekt! Kein Platz für Rassismus" haben sich solidarisch mit Christiane Taubira erklärt. Die französische Justizministerin war zuletzt übelsten Anfeindungen wegen ihrer schwarzen Hautfarbe ausgesetzt.

Frankreichs Justizministerin Christiane TaubiraDie Titelseite des rechtsextremen Wochenblattes "Minute" hatte in Frankreich für Empörung gesorgt. "Listig wie ein Affe", schlagzeilten die Rechten zu einem Bild der farbigen Ministerin. Und weiter: "Taubira findet die Banane". Letzteres ist zwar eine französische Redensart und bedeutet, Taubira habe viel Elan, doch die rassistische Provokation ist offenkundig.

Affenrufe

Dabei ist dieser respektlose Akt nur der Höhepunkt einer rassistischen Kampagne, die der linken Politikerin ins Gesicht bläst. So wurde Taubiras Bild im Internet wiederholt im Zusammenhang mit Affenbildern publiziert. Auf Demonstrationen riefen Kinder rassistische Parolen und hielten der Ministerin Bananen entgegen. Eine Politikerin des rechtsextremen "Front National" verstieg sich gar zu der Aussage,Taubira sei eine Wilde, die sie lieber auf den Bäumen als in der Regierung sähe.

Taubira ist jedoch nicht nur wegen ihrer Hautfarbe zur Zielscheibe geworden, sondern auch weil sie eine linke Politikerin ist, die gegen alle Widerstände die Ehe von Gleichgeschlechtlichen durchgesetzt hatten. Dafür wurde sie angefeindet und von Gegnern der Homosexuellenehe in der Öffentlichkeit mit Affenrufen gegrüßt.

Gegenbewegung

Bislang war die Unterstützung für Taubira zu deren Enttäuschung eher verhalten. Das Titelblatt von "Minute" könnte nun die Wende herbeigeführt haben. So stärkten führende französische Politiker Taubira den Rücken - unter anderem Präsident François Hollande und Premierminister Jean-Marc Ayrault. Und wenn Taubira die Nationalversammlung betritt, wird sie demonstrativ mit Beifall und Bravo-Rufen empfangen.

Die Pariser Zeitung Libération sieht inzwischen eine öffentliche Gegenbewegung und schreibt: "Genug! Das ist ein Schrei des Zorns. Wir haben die Nase voll von diesen rassistischen und diskriminierenden Ausrutschern, die den öffentlichen Raum vergiften".

Respekt und Solidarität

In einem offenen Brief der IG Metall und der Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus an die Ministerin heißt es, der hier zum Ausdruck kommende unverhohlene Rassismus solle zwar Madame Taubira treffen. Er beleidige jedoch alle, die der Aufklärung und dem Geist der Republik verpflichtet sind. Rassismus, Antisemitismus und soziale Diskriminierung seien keine Meinung sondern Straftaten.

Der Brief, der auch vom Hauptkassierer der IG Metall, Bertin Eichler, unterschrieben wurde, endet mit den Worten: "Wir möchten Ihnen unsere Solidarität erklären und Ihnen versichern, dass wir uns glücklich schätzen würden, eine solche Ministerin zu haben."

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Ansprechpartnerin

Susanne Jasper
IG Metall Vorstand     
Gewerkschaftliche Bildungsarbeit
Tel.: 069 / 6693-2407

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