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Neue Jobs: Vor allem in Leiharbeit und Befristung

Arbeitgeber reden Leiharbeitszahlen schön

16.02.2011 Ι Gesamtmetall hat Probleme mit dem Rechnen: Der Arbeitgeberverband kommt zu dem Ergebnis, dass Leiharbeit bei Neueinstellungen kaum eine Rolle spiele. Stimmt nicht. Auch dann nicht, wenn man die von Gesamtmetall selbst präsentierten Daten zugrunde legt.

Die IG Metall hat beim Rechnen dem Arbeitgeberverband einiges Voraus. Oder setzt Gesamtmetall auf den klassischen PR-Trick und zaubert die Zahl der Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie mit Absicht klein? Gesamtmetall behauptet: Leiharbeit spiele bei Neueinstellungen eine verschwindend geringe Rolle. Während ihr Anteil Mitte 2010 nur um 0,7 Prozentpunkte höher läge als ein Jahr zuvor, hätte die Zahl der Stammbeschäftigten gleichzeitig um insgesamt 50 000 zugenommen. Daraus schließen die Arbeitgeber: Leiharbeit verdrängt keine Stammbeschäftigung.

Das ist falsch, wie Berechnungen der IG Metall zeigen. Sogar auf Basis der von Gesamtmetall veröffentlichten Zahlen ergibt sich: Fast 40 Prozent der Neueinstellungen kamen aus der Leiharbeit. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Umfrage der IG Metall. Hier lag der Anteil der Leiharbeit an den Neueinstellungen bei 43 Prozent. "Mit solchen Taschenspielertricks betreiben die Arbeitgeber eine gezielte Desinformationskampagne", sagt Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall. Er fordert Gesamtmetall auf, alle Karten auf den Tisch zu legen.

Die Arbeitgeber verniedlichen nicht nur die Situation, indem sie prozentuale Anteile mit absoluten Zahlen vergleichen. Sie nennen außerdem nur Teile der Wahrheit: Die Zahl 50 000 neue Stammbeschäftigte sagt nichts darüber aus, ob sie befristet oder unbefristet eingestellt wurden. Denn neben der Leiharbeit spielt die Befristung die zweitgrößte Rolle bei Neueinstellungen. Die Umfrage der IG Metall ergab hier einen Anteil von 42 Prozent. Unsere Informationsquelle: fast 5 000 Betriebsratsvorsitzende, die sich an der IG Metall-Umfrage beteiligt haben. Wer sollte es besser wissen als sie?

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