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Mitgliederentwicklung der IG Metall

Mitgliederentwicklung der IG Metall

Noch eine Schippe draufgelegt

23.01.2013 Ι Nach den guten Zahlen von 2011 konnte die IG Metall im vergangenen Jahr noch eine Schippe drauflegen: Ende Dezember 2012 hat die IG Metall rund 18 000 Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor, freut sich der Zweite Vorsitzende Detlef Wetzel.

Wow, zum zweiten Mal hintereinander kannst Du positive Zahlen berichten. Freust Du Dich?
Detlef Wetzel: Klar. Unser Weg, den wir vor rund fünf Jahren eingeschlagen haben, hat zum Erfolg geführt. Insgesamt liegen wir nun bei rund 2,264 Millionen Mitgliedern. Damit haben wir unsere Durchsetzungsfähigkeit im Betrieb, in der Tarifpolitik und in der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung weiter verbessern können.


Die These, dass sich die Menschen kaum noch für politische Großorganisationen gewinnen lassen, ist also falsch?
Ja. Und auch die These, dass der demografische Wandel zum Schrumpfen von Großorganisationen führt, ist falsch. Mehr ist machbar, das beweisen unsere Mitgliederzahlen sehr deutlich. 


Was hat Dich am Ergebnis besonders gefreut?

Wir bauen unsere Position als größte politische Jugendorganisation in Deutschland aus. Den Bestand der jungen Mitglieder unter 27 Jahren haben wir um 4,5 Prozent erhöhen können, den der Auszubildenden um 4,8 Prozent. Und eine Zahl ist ebenfalls wichtig,  denn sie ist mitverantwortlich dafür, dass wir bei den jungen Mitgliedern eine solch schöne Entwicklung haben: Wir konnten im vergangenen Jahr  14 722 Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer gewinnen.


Was bringt es den Leiharbeitern, wenn sie Mitglied sind?

Wir haben in über 1200 Betrieben Vereinbarungen abgeschlossen, die Leiharbeiter deutlich besser stellen, als das ohne die Vereinbarungen der Fall war.
Und die IG Metall hat im vergangenen Jahr Leiharbeit auch tariflich geregelt und die Mitbestimmung für die Betriebsräte ausgeweitet. Und nicht zuletzt gibt es zahlreiche Serviceangebote wie beispielsweise eine Hotline für Leihbeschäftigte.


Was ist für Dich in diesem Jahr ein wichtiges Thema?

Der Anteil derer, die morgens durchs Werkstor gehen, aber nicht mehr bei dem Unternehmen, dessen Firmenschild über dem Werkstor hängt, beschäftigt sind, wird von Tag zu Tag größer.


Stichwort Werkvertrag?
Richtig. Ob das industrielle Dienstleistungen, Entwicklungsdienstleistungen oder andere Formen von Werkverträgen sind - immer mehr Bereiche, die mal zu einem Unternehmen gehört haben, werden ausgegliedert. Mit der Folge, dass es in ganz vielen dieser "neuen" Bereiche keine Betriebsräte, keine Tarifverträge, keine Demokratie gibt und so die Arbeitsbedingungen erheblich schlechter sind, als sie ursprünglich einmal waren. Diese Unternehmensstrategien akzeptieren wir nicht. Wir wollen "Arbeit: Sicher und fair" für alle.


Es gibt immer noch viele weiße Flecken im Organisationsbereich der IG Metall: Betriebe ohne Betriebsrat, Branchen, die regelrecht Jagd auf Gewerkschafter machen.
Um dem entgegenzuwirken, stellen wir jährlich rund 20 Millionen Euro zur Verfügung, um Betriebsrats- und Gewerkschaftsstrukturen in diesen Betrieben aufzubauen.


Das ist ein hübsches Sümmchen, was genau wird mit diesem Geld gemacht?
Im letzten Jahr haben wir 57 Projekte beschlossen. Für diese Projekte haben wir 92 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Wo diese Projekte stattfinden, haben die Verwaltungsstellen und Bezirke definiert. Es hat ein regelrechter Wettbewerb der Ideen stattgefunden, und ich bin sehr zuversichtlich, dass vieles von dem, was wir jetzt anstoßen, unsere Mitgliederentwicklung nachhaltig und positiv beeinflussen wird.


Warum?

Weil wir vor allem in Zukunftsindustrien investieren wie beispielsweise die Windindustrie oder auch in die industriellen Dienstleistungen.

Gibt es Personengruppen, die in der IG Metall bisher noch unterrepräsentiert sind?
Ja. Im Bereich der Angestellten haben wir im vergangenen Jahr zwar ein deutliches Plus von 3,8 Prozent erreicht - aber hier ist noch Luft nach oben. Darum liegt in der Angestellten- und in der Studierendenarbeit ein wichtiger Schwerpunkt.


Profitieren  denn die Mitglieder der IG Metall auch direkt von den guten Mitgliederzahlen und Einnahmen?
Ja, weil das Geld dorthin geht, wo Mitglieder betreut und gewonnen werden - in die Verwaltungsstellen. Denn zusätzlich zu den 20 Millionen Euro, die wir für den Aufbau von Gewerkschaftsstrukturen zur Verfügung stellen, erhält jede Verwaltungsstelle noch einmal 32 000 Euro, die sie für kleinere Projekte einsetzen kann.

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