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Mitglied werden und gemeinsam mit der IG Metall für faire Arbeit eintreten

Gemeinsam den Missbrauch stoppen

27.07.2012 Ι Sichere Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung - dafür tritt die IG Metall ein. Nach der Leiharbeit nimmt sie sich das Thema Werkvertrag vor. Als größte Einzelgewerkschaft kann sie sich durchsetzen - bei den Unternehmen und in der Politik. Wer sich mit ihr für faire Jobs einsetzen will, ist bei der IG Metall richtig.

Kaum sind die schlimmsten Formen des Missbrauchs von Leiharbeit behoben, werden immer mehr Beschäftigte offiziell nicht mehr als Leiharbeitnehmer, sondern über Werkverträge angeheuert. Das belegt auch eine Befragung unter Betriebsräten vom Januar 2011. Danach griffen etwa 36 Prozent der Betriebe auf Werk- und Dienstverträge als Flexibilisierungsinstrument zurück. Auch wenn die Befragung schon einige Zeit zurück liegt - seither hat sich die Situation eher noch verschärft. Das kritisiert auch Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall. Für ihn sind Werkverträge die "neue Krankheit auf dem Arbeitsmarkt". Nachdem nun die IG Metall in der Metalltarifrunde Branchenzuschläge und eine Übernahmeverpflichtung erzielt hat, versuchen die Unternehmen auf Werkverträge umzuschwenken. Das gestand Martin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, kürzlich in Berlin offen ein: "Die Zeitarbeit wird deutlich teurer. Einige werden versuchen, dem über Werkverträge aus dem Weg zu gehen."

 

Entgegen der rechtlichen Definition eines Werkvertrages sind in vielen Fällen die Arbeitnehmer oft wie Stammbeschäftigte in den Betriebsablauf integriert. Sie sind weisungsgebunden und nutzen die Arbeitsmaterialien des Auftragsunternehmens. Warum also werden diese Arbeitsplätze nicht in reguläre Stellen im Unternehmen angeboten?  In einigen Fällen werden die Werkvertragsnehmer sogar über ausländische Firmen vermittelt und bekommen nicht mehr als den im Stammland ihres Arbeitgebers gültigen Lohn. Damit werden nicht nur die betroffenen Arbeitnehmer ausgegrenzt. Die Situation geht wie zuvor bei der Leiharbeit auch zu Lasten der Stammbelegschaften.

 

Gemeinsam mit ihren Betriebsräten und Vertrauensleuten will die IG Metall aktiv werden.  Ziel ist es, dass die Arbeits- und Entgeltbedingungen des Stammbetriebs auch für die Beschäftigten der Werkvertragsdienstleister gelten. Denn die Standards der Stammbeschäftigten sind für uns der Maßstab für alle Arbeitsbereiche in der Prozesskette - ob dem Unternehmen zugehörig oder ausgelagert in Werkvertrags- oder Fremdfirmen.


Oberstes Ziel sind faire und sichere Arbeitsplätze für alle. Dafür setzt sich die IG Metall ein. Klar ist: Gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte oder Belegschaften sind stärker. Sie sind ihren Arbeitgebern nicht schutzlos ausgeliefert. Dass es von Vorteil ist, Mitglied der IG Metall zu sein, das konnten die Leiharbeitnehmer im Frühsommer 2012 erfahren. Da hat die IG Metall für sie Branchenzuschläge und eine Übernahmegarantie ab einer Einsatzdauer von 24 Monaten erzielt. Nachdem nun den Anfang bei der Leiharbeit gelungen ist, wird die IG Metall sich die Werkverträge vornehmen. Dazu will sie auch die politischen Rahmenbedingungen verändern. Und sie will gemeinsam mit gut organisierten Belegschaften und den Stammbelegschaften die Tarifbindung von Werkvertragsfirmen durchsetzen.

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