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Mitbestimmungskonferenz der IG Metall in Chemnitz. Foto: Igor Pastierovic

Mitbestimmungskonferenz der IG Metall in Chemnitz

Sachsen braucht mehr Mitbestimmung

06.02.2014 Ι "Demokratie in einer Gesellschaft ist erst dann vollständig, wenn auch Demokratie im Betrieb herrscht", sagte Detlef Wetzel. Der IG Metall-Vorsitzende sprach auf der Mitbestimmungskonferenz in Chemnitz am 5. Februar. Er kündigte eine Offensive für erweiterte Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte an.

Die IG Metall fordert mehr betriebliche Mitbestimmung und wird dazu eine Offensive starten. Das kündigte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, auf der Mitbestimmungskonferenz am 5. Februar an. Gerade in den Unternehmen der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie gibt es noch große Defizite bei der betrieblichen Mitbestimmung. "Wir haben nicht zu viel, sondern zu wenig davon", erklärt der Vorsitzende der IG Metall vor 330 Gewerkschaftern in Chemnitz. Mit der Konferenz läutet die IG Metall in Sachsen die Betriebsratswahlen ein.

 

Betrieb - Ort der Demokratie

Die Lücken bei der Mitwirkung von betrieblichen Interessenvertretern zeigten sich insbesondere dann, wenn es um Leiharbeit, Werkverträge, Beschäftigungssicherung oder um Auslagerung gehe. "Es ist höchste Zeit für mehr individuelle und kollektive Mitbestimmung", sagte der Gewerkschafter. Wenn man den Beschäftigten das Gefühl gäbe, dass sie sowieso nichts ändern können, dann müsste man sich auch nicht darüber wundern, dass das Interesse der Bürger an der Politik immer geringer würde, so Wetzel.


Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen sich auf Augenhöhe begegnen können. Das ist in einer Demokratie ein legitimer Anspruch. "Wir wollen der Ökonomisierung aller Lebensbereiche ein Konzept der Beteiligung und der Demokratisierung im Betrieb und Gesellschaft entgegensetzen", betonte Wetzel. Doch oft haben die Arbeitnehmervertreter gerade in Sachsen mit großen Problemen zu kämpfen. In einigen Firmen werden die Betriebsratswahlen sabotiert. Dazu kommen Hausverbote, Schmäh-Emails und die Einschaltung von speziellen Anwaltskanzleien, die darauf spezialisiert sind, Betriebsräte zu bekämpfen. Arbeitgeber, die versuchen eine Betriebsratswahl zu verhindern, begeben sich auf dünnes Eis. Mitunter machen sie sich sogar strafbar.

 

Darüber hinaus gibt es immer noch Unternehmen, die die Beschäftigten rein als Kostenfaktor ansehen. Die Arbeitnehmer sollten für ihr Wissen und ihr Engagement geschätzt werden, das sie Tag für Tag in ihren Job einbringen. Die Frage der Mitbestimmung ist nicht abhängig von betriebswirtschaftlichen Überlegungen. "Mitbestimmung ist in erster Linie ein Grundrecht der Beschäftigten", erklärte Detlef Wetzel.

 

Paradebeispiel VW

Mitbestimmung ist ein Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen. Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen ist sich sicher: "Wenn Arbeitnehmer bei wichtigen Unternehmensentscheidungen mitreden können, sind sie viel motivierter. In Betrieben mit Betriebsrat ist die Produktivität daher um einige Prozent höher", so Höbel.

Wie erfolgreich Unternehmen durch Mitbestimmung sein können - dafür ist der Volkswagenkonzern ein Paradebeispiel. Der Autobauer wird mitbestimmt geführt und ist einer der weltweit erfolgreichsten Automobilkonzerne. "Warum führen wir nicht ein VW-Gesetz für Sachsen ein?" Das fragte Jens Rothe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen Sachsen. Denn das Grundverständnis der Betriebskultur bei VW sei es, Wirtschaftlichkeit und Mitbestimmung miteinander zu vereinbaren. Erfolg bedeute, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Dazu gehöre auch eine attraktive Mitbestimmungskultur und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so Rothe. Das binde Fachkräfte in der Region und sei eine gute Voraussetzung dafür, die Herausforderungen des Wandels in der Automobilindustrie zu meistern.

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