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Vorgezogene Tarifverhandlungen

Metall und Elektro: vorgezogene Tarifverhandlungen beschlossen

Tarifverhandlungen starten früher

09.02.2010 Ι Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie beginnen früher als geplant. Das hat der Vorstand der IG Metall am Dienstag, den 9. Februar beschlossen. Denn nur mit zügigen Verhandlungen und einer zügigen Entscheidung können weiterhin Arbeitsplätze gesichert werden.

Die gesamte Tarifrunde wird um zwei Monate vorgezogen. Die erste Verhandlungsrunde beginnt am 10. Februar für das Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen.

"Wir wollen Wege finden, die Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie über die Krise hinweg zu sichern und ausgebildeten, jungen Menschen eine Perspektive zu geben", erklärte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, die Entscheidung des Vorstands, die Verhandlungen früher zu beginnen, als geplant.

Mit dem Jobpaket Arbeitsplätze sichern
Gegenstand der kommenden Tarifverhandlungen sind das Jobpaket sowie Entgelterhöhungen. Mit dem Jobpaket will die IG Metall weiterhin Beschäftigung sichern. Dabei sind zwei Komponenten unbedingt erforderlich:

  • die Ergänzung der gesetzlichen Kurzarbeit durch eine tarifliche Kurzarbeit, die auch einen Teillohnausgleich umfasst
  • eine Entgelterhöhung, die die Reallöhne der Arbeitnehmer absichert


Die tarifliche Kurzarbeit sieht vor, die Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden abzusenken. Der Teillohnausgleich soll es den Arbeitnehmern ermöglichen, diese Absenkung finanziell zu verkraften. Auf eine feste Lohnforderung hat sich die IG Metall bewusst nicht festgelegt. Dies sei die logische Konsequenz aus der jetzigen Krisensituation und den bisherigen Gesprächen erklärte Huber. Eine "Nullnummer" werde es aber sicher nicht geben. Wie die Reallöhne gesichert werden können, darüber verhandelt die IG Metall in den nächsten Tagen.

Beitrag der Politik zur Beschäftigungssicherung
Huber erwartet, dass die Politik die Unternehmen und Betriebe unterstützt. Damit die die Tarifpartner sich schnell einigen können, müssen ebenfalls zwei Komponenten von der Politik umgesetzt werden:

  • Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge der Unternehmen durch die Bundesagentur für Arbeit muss mit der auf 18 Monate verlängerten Kurzarbeit synchronisiert werden.
  • Der vorgesehene Teillohnausgleich muss zeitlich befristet beitragsfrei gestellt werden.


Auch Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Expertin für Tarifpolitik, appellierte an die Politik: "Sollen Betriebe nach Ende der Kurzarbeit nicht zu Entlassungen greifen, brauchen sie schnell Nachfolgelösungen."

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Appell an die Politik

Berthold Huber erklärt, warum es bei der Umsetzung des Jobpakets auf die Unterstützung der Bundesregierung ankommt.
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Helga Schwitzer schildert, wie von der Umsetzung des Jobpakets nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber und die Politik profitieren würden.
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