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Metall und Elektro: mehr Ausbildungsplätze und früher mehr Geld

Metall und Elektro: mehr Ausbildungsplätze und früher mehr Geld

Mehr Ausbildungsplätze helfen gegen Fachkräftemangel

05.11.2010 Ι Die IG Metall und die Arbeitgebervertreter in Niedersachsen halten es für dringend geboten, die Zahl der Ausbildungsplätze gegenüber dem Vorjahr deutlich zu erhöhen, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen. Weiterhin empfehlen die Tarifpartner, die Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Unterdessen planen zahlreiche Betriebe in der niedersächsischen Metall- und Elektrobranche, die Tariferhöhung vom 1. April 2011 auf den Februar vorzuziehen.

Der letzte Tarifabschluss für die Metall- und Elektrobranche ermöglicht es Betrieben, die anstehende Entgelterhöhung von 2,7 Prozent ab 1. April 2011 zwei Monate früher oder auch zwei Monate später auszuzahlen. Die IG Metall und die Arbeitgeber hatten damit mitten in der Krise die schwer abschätzbaren Perspektiven der Unternehmen berücksichtigt. 

Zahlreiche Betriebe wollen früher mehr Geld zahlen
In der niedersächsischen Metallindustrie planen derzeit zahlreiche Betriebe, diese Möglichkeit zu nutzen und die Einkommen zwei Monate früher zu erhöhen. Einige Betriebe haben sich bereits schon öffentlich dazu bekannt. Bezirksleiter Hartmut Meine von der IG Metall Niedersachsen-Sachsen-Anhalt appelliert an alle Betriebsräte, überall dort, wo es möglich ist, mit den Arbeitgebern über das Vorziehen der Tariferhöhung zu verhandeln.

Unbefristete Übernahme und weiterführende Qualifizierung
Außerdem vereinbarten die Tarifpartner, den niedersächsischen Metallbetrieben zu empfehlen, ihre Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Diese Vereinbarung wird tarifvertraglich festgeschrieben. Danach kann die Übernahme in Form eines kombinierten Modells der mindestens zwölfmonatigen Berufspraxis in einem Vollarbeitszeitverhältnis erfolgen mit anschließender Freistellung für eine weiterführende berufliche Qualifizierungsmaßnahme. Für diesen Fall verpflichtet sich der Arbeitgeber, zusätzlich zu den Leistungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes die Maßnahme für maximal 24 Monate mit 400 Euro finanziell zu fördern. Im Anschluss daran beschäftigt der Arbeitgeber den jungen Facharbeiter in einer möglichst entsprechend qualifizierten Tätigkeit weiter.

Absolventen von Haupt- und Realschulen eine faire Chance geben
Weiterhin erachten es IG Metall und NiedersachsenMetall als dringend geboten, die Zahl der Ausbildungsplätze in 2011 gegenüber dem Vorjahr deutlich zu erhöhen. In einer gemeinsamen Erklärung empfehlen sie den Unternehmensleitungen und Betriebsräten, bei der Bewerberauswahl den Absolventen von Haupt- und Realschulen eine faire Chance einzuräumen. Denn dies liege nicht nur im Interesse der jungen Menschen, sondern auch im Interesse der Unternehmen, weil sich bereits mittelfristig ein ausgeprägter Fachkräftemangel abzeichnet. "Wer heute Ausbildungsplätze anbietet, verfügt in drei bis dreieinhalb Jahren über hervorragend qualifizierte Fachkräfte", heißt es dazu in der Erklärung.

Hartmut Meine betonte, dass IG Metall und Arbeitgeber sich darin einig seien, dass eine Besetzung der Ausbildungsplätze nicht zu Lasten von Haupt- und Realschülern gehen dürfe. "Die Betriebsräte in den niedersächsischen Unternehmen werden sehr genau darauf achten, dass dies in der Bewerberauswahl beachtet wird."

Hintergrund der gemeinsamen Erklärung von IG Metall und NiedersachsenMetall ist die verkürzte Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Schuljahre. Damit schließen 2011 zwei Schülerjahrgänge gleichzeitig die Oberstufe mit dem Abitur ab. Rund 100 000 niedersächsische Abiturienten werden einen Ausbildungs- oder Studienplatz suchen, etwa 25 000 mehr als 2010.

Gemeinsame Anstrengungen auch in Baden-Württemberg
Auch die IG Metall Baden-Württemberg und der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben sich heute auf eine gemeinsame Erklärung verständigt. Um den Fachkräftebedarf in der baden-württembergischen Metall- und Elektrobranche zu sichern, einigten sich die Tarifpartner auf mehrere Maßnahmen. So sollen die Qualifizierungsprogramme wie etwa die Weiterbildung für an- und ungelernte sowie ältere Arbeitnehmer dauerhaft etabliert werden. Weiterhin plädieren sie dafür, die im Ausland erworbenen Abschlüsse und Qualifikationen besser anzuerkennen. Außerdem müsse die Qualität der beruflichen Ausbildung verbessert und bereits an den Schulen eine Berufsorientierung verankert werden.

Bezirksleiter Jörg Hofmann von der IG Metall Baden-Württemerg sieht in der gemeinsamen Erkärung mit Südwestmetall einen wichtigen Schritt, um den Strukturwandel und die demografische Entwicklung zu bewältigen. Dabei spiele die Ausbildung eine zentrale Rolle. Die Zahl der Ausbildungsplätze sei dabei ein Baustein. Die Übernahme nach der Ausbildung ein weiterer, erklärte er dazu.

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