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Memorandum für Leiharbeit der IG Metall Nordrhein-Westfalen. Foto: igmetall-nrw.de

Memorandum zur Leiharbeit der IG Metall Nordrhein-Westfalen

Ein Gütesiegel für faire Leiharbeit

29.03.2010 Ι Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat von der Landesregierung ein Gütesiegel für faire Leiharbeit gefordert. Danach soll eine Zertfizierungsstelle Gütesiegel an die Leiharbeitsfirmen ausstellen, die gleiche Arbeit gleich gut bezahlen. Mit ihrem Memorandum zur Leiharbeit will die IG Metall zeigen, dass es nicht alternativlos ist, Leiharbeit auszuweiten. Mit guten Beispielen aus der betrieblichen Praxis dokumentiert sie: Es lohnt sich, die "Billiger"-Mythen in Frage zu stellen.

Angesichts der anziehenden Konjunktur befürchtet die IG Metall in Nordrhein-Westfalen, dass die Unternehmen in der Metall- und Eletrobranche Leiharbeit zu Lasten der Stammbelegschaft ausweiten. Um das zu verhindern, soll es künftig im Landesarbeitsministerium eine Stelle geben, die den Leiharbeitsfirmen ein Gütesiegel ausstellt, die gleiche Arbeit gleich gut bezahlen. "Die Landesregierung könnte dann stichprobenartig überprüfen, ob die Unternehmen dies auch einhalten", argumentierte IG Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard gegenüber der Presse. "Es kann nicht sein, dass Auszubildende nicht übernommen werden, weil ihre Arbeitsplätze an Leiharbeiter gehen", so der Bezirksleiter. Das Instrument sei dazu gedacht, vorübergehende Auftragsspitzen abzufangen, und nicht, um Tarifvereinbarungen außer Kraft zu setzen.

Risikofaktor statt "Jobwunder"
In ihrem industriepolitischen Memoradum "Ausweitung der Leiharbeit? Verfehlte Konzepte mit gravierenden Risiken" nennt die IG Metall NRW sieben Gründe, Leiharbeit zu begrenzen und fair zu gestalten. "Das vielfach gepriesene angebliche 'Jobwunder' Leiharbeit ist für 60 000 Menschen in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Krise zur Arbeitslosigkeitsfalle geworden, vor allem für jüngere Beschäftigte", heißt es dort. Leiharbeit verändere die Erwerbsstrukturen dramatisch: Schlechtere Bedingungen, weniger Schutz und ein höheres Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, seien die Regel, wenn nicht gegengesteuert werde. Auch im Organisationsbereich der IG Metall NRW sei Leiharbeit mittlerweile ein verbreitetes Personaleinsatzkonzept. In über 50 Prozent der Betriebe komme Leiharbeit zum Einsatz.

"Besser statt billiger"
Die IG Metall NRW liefert mit ihrem Memorandum starke Argumente gegen einen erneuten Boom der Leiharbeit. Sie zeigt die erheblichen Risiken und Nebenwirkungen für alle Beschäftigten auf und wie sich Leiharbeit auf Innovationsprozesse und die industrielle Entwicklung insgesamt auswirkt. Zusammen mit Betriebsräten hat sie in vielen Betrieben Lösungen entwickelt, die beweisen, dass es auch anders geht. Unternehmer und Manager, die ihre Strategie nach Patentrezepten wie "Jedes moderne Unternehmen braucht 20 Prozent Leiharbeit, um flexibel agieren zu können" ausrichten, liegen regelmäßig falsch und sind schlicht zu faul zum Denken, schreibt Oliver Burkhard in seinem Vorwort. Deshalb gelte es für Betriebsräte, sich aktiv einzumischen, das beste Konzept für gute Beschäftigung einzufordern und gerade beim Thema "Leiharbeit" genau hinzuschauen.

"Besser statt billiger" - nur so kommen Unternehmen gut durch die Krise, nicht nur in Nordrhein-Westfalen.

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