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Produktion bei Airbus

Meisterinnenförderprogramm bei Airbus

Kompetente Frauen auf dem Sprung nach oben

05.11.2013 Ι In Führungsebenen dominieren Männer. Frauen schaffen nur selten den Sprung nach oben. Das gilt erst recht in der von Technik dominierten Flugzeugproduktion. Der Betriebsrat bei Airbus Operation hat daher ein spezielles Förderprogramm für Frauen initiiert, dass es ihnen ermöglichen soll, sich zur Industriemeisterin zu qualifizieren.

Basis des Meisterinnenförderprogrammes bei Airbus ist eine Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 2011 für die Standorte Hamburg, Bremen, Buxtehude sowie Stade. Damit gilt die Vereinbarung für rund 25 000 Beschäftigte. Etwa 18 Prozent davon sind Frauen.

Männerdominiertes Umfeld

Die Frauen hatten bei dem Projekt die Möglichkeit, die Lehrgänge in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit zu absolvieren. Der Arbeitgeber bezahlt die Ausbildung nicht nur, sonder er  begleitet sie mit Trainingsmodulen zur Sozial- und Führungskompetenz, Teamcoachings und Hospitationen. Diese Maßnahmen waren speziell auf Frauen ausgerichtet und sollten helfen, sich in einem männerdominierten Umfeld zu behaupten.


Der Weiterbildungsausschuss des Betriebsrates bei Airbus


Niemand wird bevorzugt

Der Erfolg kann sich blicken lassen. 22 Frauen Frauen haben bereits ihren Meisterinnen-Lehrgang durchlaufen. Zwei weitere befinden sich noch in der Ausbildung, da ihre Lehrgänge später starteten. Mehrere frisch gebackene Meisterinnen haben sogar schon ihre neue Arbeit als Industriemeisterin aufgenommen. Bevorzugt wird allerdings niemand von ihnen. Alle müssen das übliche Bewerbungsprozedere durchlaufen.

Der Betriebsrat klopfte das Vorhaben sogar daraufhin ab, ob man Männer diskriminiert und somit gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstößt. Doch nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil: Die Tatsache, dass alleine im Hamburger Werk von 212 Meisterstellen nur sechs mit einer Frau besetzt waren, sprach für eine deutliche Ungleichbehandlung von Frauen. Um diese Ungerechtigkeit abzubauen, ergriffen der Personalentwicklungssausschuss und der Ausschuss Leben, Mensch, Arbeit die Initiative.

Viel für die Kollegen erreichen

Gabriele König-Jamm, Sprecherin des Personalentwicklungssausschuss beim Gesamtbetriebsrat von Airbus sieht die Sache als vollen Erfolg. Jamm: "Das Projekt zeigt, dass man sich als Betriebsrat trauen soll, seine Ideen umzusetzen. Dann kann man für seine Kollegen viel erreichen."

Das Meisterinnenförderprogramm wurde dieses Jahr einmalig mit 24 Teilnehmerinnen durchgeführt. Aufgrund des Erfolges und der großen Nachfrage wird die Aktion zukünftig wohl fortgesetzt. Wann und in welchem Umfang hängt jedoch auch vom Bedarf des Arbeitgebers ab. Und Männner werden dann auch teilnehmen dürfen.

Für dieses Projekt wurde der Betriebsrat von Airbus für den Sonderpreis "Innovative Betriebsratsarbeit" des Betriebsrätepreises 2013 nominiert.

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Deutscher Betriebsrätepreis 2013

Auf Initiative der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" wird einmal jährlich der Deutsche Betriebsrätepreis verliehen. Mit dem Preis wird die vorbildliche Arbeit von Betriebsräten anerkannt, gewürdigt und ausgezeichnet.

Fünf IG Metall-Betriebsräte nominiert
In diesem Jahr sind zwei Gremien aus dem Organisationsbereich der IG Metall für den Betriebsrätepreis nominiert. Darunter der Betriebsrat von ZF Friedrichshafen AG mit dem Projekt "M3: Markt- und Mitarbeitergerechte Montage" und der Betriebsrat von Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH mit dem Projekt "Förderung der Gleichstellungs- politik im Betrieb".

Für die Sonderpreise "Innovative Betriebsratsarbeit", "Beschäftigungs- sicherung" und "Europa mitbestimmen" sind nominiert: Der Betriebsrat von Airbus Operation GmbH, E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH und Rheinmetall AG.
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