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Mehr Geld für Fendt-Leiharbeiter

"Die Leiharbeiter haben sich gefreut"

14.04.2011 Ι Die Produktion von Fendt-Traktoren brummt. Nun haben auch die Leiharbeiter im schwäbischen Werk Bäumenheim etwas davon. Dank des Einsatzes des Betriebsrats bekommen sie den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft.

In Bäumenheim fertigt die Belegschaft die Kabinen für Traktoren der Spitzenmarke Fendt. Das Zweigwerk gehört zum US-amerikanischen Konzern AGCO. Dank der guten Nachfrage nach Fendt-Traktoren hat das Unternehmen für die beiden deutschen Werke Marktoberdorf und Bäumenheim 2010 ein Zukunftsprojekt gestartet "Fendt ahead". Für 172 Millionen Euro sollen die Produktionskapazitäten ausgebaut werden. Nach der Modernisierung sollen dort 20 000 und 12 000 Traktoren produziert werden. Gute, qualifizierte Kräfte vor allem in der Montage werden dringend gebraucht. 

Vereinbarung gilt bis Ende 2012
Unter diesen günstigen Rahmenbedingungen war es möglich, dass der Betriebsrat die Gleichbezahlung von Leiharbeitern und Stammbelegschaft durchsetzen konnte. Am Standort Bäumenheim werden derzeit 85 Leiharbeiter beschäftigt. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung haben ein Vier-Punkte-Paket ausgehandelt, das bis Ende 2012 gültig ist. Durch die Vereinbarung werden  die Leiharbeiter deutlich besser gestellt. Sie bekommen das gleiche Entgelt wie die Stammbelegschaft. Damit das möglich ist, erhöht der Mutterkonzern AGCO die Zahlungen an die Leiharbeitsfirma.

Maximale Quote von 10 Prozent
Außerdem wurde eine Quote vereinbart. Es dürfen maximal zehn Prozent Leiharbeiter im Werk beschäftigt werden. Zudem erhalten die Leiharbeiter am Ende des Jahres erstmals eine leistungsbezogene Belegschafts-Prämie von 900 Euro. Um auf Auftragsschwankungen besser reagieren zu können, wurde das Arbeitszeitkonto auf minus 150 und plus 300 Stunden ausgeweitet. Auszubildende werden künftig unbefristet übernommen. Bisher gab es eine Weiterbeschäftigung nur für ein Jahr.

Erfolg des Betriebsrats
Der Betriebsrat und die IG Metall setzen sich schon lange für eine Besserstellung der Leiharbeiter ein. Die jetzt vereinbarten Prämien und die höhere Brutto-Vergütung der Leiharbeiter sind für Betriebsratschef Georg Kühling ein großer Erfolg. "Die Leiharbeiter haben sich gefreut."

Auch Christiane de Santana, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg, kennt den Stellenwert der Vereinbarung für die Fendt-Beschäftigten. "Das machen nicht viele Unternehmen." Es gebe zwar schon einige Betriebe, die "equal pay" (Gleichbezahlung) umsetzten, sie seien aber noch deutlich in der Unterzahl.       

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Wie viele arbeiten wo prekär?

Wie viele Menschen sind in den 429 deutschen Stadt- und Landkreisen prekär beschäftigt? Das dokumentiert das Wirtschafts- und Sozialwissen- schaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI).  Mit einer interaktiven Landkarte können regionale Infos zur Leiharbeit über das ausgewählte Bundesland abgerufen werden.

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Hotline für Mitglieder

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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