IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Maschinenbau: weltweiter Wettbewerb nimmt zu

Maschinenbau: weltweiter Wettbewerb nimmt zu

Tarifpartnerschaft im Maschinenbau hat sich bewährt

20.09.2010 Ι Der Wettbewerb im Maschinenbau nimmt zu. Auch die deutschen Konzerne müssen sich mit immer stärkeren Mitbewerbern auseinandersetzen. Carl Martin Welcker vom Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, erklärte beim Branchentag der IG Metall, warum vor allem die asiatischen Mitbewerber eine Herausforderung darstellen.

"Die Jahre 2009 und 2010 werden tiefrote Spuren in den Bilanzen des deutschen Werkzeugmaschinenbaus hinterlassen. Ein Phänomen, das aber nicht nur in Deutschland, sondern weltweit - außer in China - zu beobachten ist", erklärte der Unternehmer. Es werde Jahre dauern, bis sich die Firmen von diesem Schock erholt haben. Strukturelle Anpassungen in der Branche seien daher nicht ausgeschlossen.

Tarifpartnerschaft hat sich bewährt
"Insbesondere die Gewerkschaften und die Belegschaften haben an vielen Stellen mitgeholfen, Katastrophen in den von der Krise hart betroffenen Unternehmen zu verhindern." Die Tarifpartnerschaft habe sich bewährt, lobte der Verbandsvertreter. Aber "sogar der Politik muss man für ihre besonnene und schnelle Reaktion beim Kurzarbeitergeld ein Kompliment machen".



Kritik an Banken
Kritisch äußerte sich Welcker jedoch gegenüber den Geldinstituten: "Warum sehen Banken in der Anschaffung einer Maschine eine finanzierungswürdige Investition, aber im Festhalten an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lediglich Kosten?", fragte er und fügte hinzu: "Wann wird verstanden, dass gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die beste Investition sind?" Keinen Zweifel ließ der Unternehmer aber daran, dass die Leiharbeit weiter nötig sei und dass sich die Arbeitszeiten ändern würden. "Wenn wir Wertschöpfung in Deutschland halten wollen, dann müssen wir uns an unsere Absatzmärkte anpassen. Das gilt für die Frage der Liefergeschwindigkeit bis hin zur täglichen Erreichbarkeit."

Leiharbeit ist kein Zukunftskonzept
Absolut strittig blieb die Leiharbeit. Welcker meinte, da der Werkzeugmaschinenbau "eine sehr zyklische Branche ist, müssen die Firmen Leiharbeiter beschäftigen, um für die notwendige Flexibilität zu sorgen, um atmen zu können". Man dürfe Leiharbeit nicht verteufeln. Und Fleischer ergänzte: "Vollkasko passt nicht zur Flexibilität."
"Wo sind wir angekommen, wenn mir ein 28-jähriger Leiharbeiter sagt, er habe noch nie einen festen Arbeitsvertrag gehabt", fragte Bindert. Im Übrigen würden zwei Drittel aller neuen Stellen im Arbeitsamtsbezirk Göppingen/Esslingen mit Leiharbeitern besetzt. Ottmar Heger klagte: "Die Leiharbeiter sind am flexibelsten, werden am schlechtesten bezahlt und verlieren als erste den Job. Das Risiko der Produktionsschwankungen, das ,Atmen', hat auch das Unternehmen mit zu tragen."

Der Drache ist gedopt
Unabhängig von der aktuellen Krise "bauen insbesondere die asiatischen Wachstumsnationen ihre Werkzeugmaschinenindustrie häufig mit staatlicher Hilfe kontinuierlich aus: Der Drache ist gedopt, und der Drache ist gefährlich", meinte Welcker. Der deutsche Wettbewerbsvorsprung schrumpfe.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Unsere Branchen

Alle Branchenkennzahlen zu Markt, Unternehmen und Beschäftigten.

Servicebereich