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Lichterkette für Glunz-Beschäftigte

Gemeinsamer Protest gegen Massenentlassungen

02.12.2013 Ι Mit einer Lichterkette macht die IG Metall am 4. Dezember in Detmold auf die drohenden Massenentlassungen beim Spanplattenhersteller Glunz aufmerksam. 250 Beschäftigte sollen, wenn es nach dem Willen der Geschäftsführung geht, noch vor Weihnachten die Kündigung erhalten.

Bis Mitte der 90er Jahre waren am Standort Horn - damals noch unter dem Namen Hornitex - 1700 Menschen beschäftigt. Anfang kommenden Jahres könnte nur noch eine Rumpfbelegschaft von 100 Beschäftigten übrig sein, befürchtet Svend Newger von der zuständigen IG Metall-Verwaltungsstelle in Detmold. Sie würden hauptsächlich für die Energiezentrale arbeiten, wo das Unternehmen noch für ein paar Jahre lang geltende Verträge zu erfüllen hat.

250 Jobs sollen wegfallen
Unter dem Schlagwort "Restrukturierungsmaßnahmen" war im September 2013 ein massiver Stellenabbau angekündigt worden. Die Geschäftsführung kündigte an, das ehemalige Herzstück des früheren Hornitex-Werkes, die Produktion von Spanplatten und deren Beschichtung und Zuschnitt für die Möbelindustrie, stillzulegen. 250 Jobs, so rechnete man bei der IG Metall aus, würden wegfallen. Diese Nachricht sorgte für Entsetzen, nicht nur bei den noch verbliebenen rund 400 Beschäftigten der Glunz AG in Horn-Bad Meinberg. Die ganze Region war schon in den vorangegangenen Jahren schwer getroffen worden vom Stellenverlust. "Wieder einmal würde rund 250 Familien die Existenzgrundlage entzogen, der Kaufkraftverlust für diese Region wäre erheblich", so Svend Newger.

Überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit
Inzwischen hat der Arbeitgeber die Verhandlungen über den Stellenabbau mit den Arbeitnehmervertretern für gescheitert erklärt und will einen Schlichter einsetzen lassen. "Die wollen das so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Denen wäre es am liebsten, wenn die Kündigungen noch dieses Jahr ausgesprochen werden. Dann wäre Anfang nächsten Jahres Schluss mit der Produktion", kritisiert Newger. Die Arbeitgeber hätten dem Betriebsrat gar nicht die Möglichkeit gegeben, Alternativen zu entwickeln. Man verweigerte schlichtweg die Herausgabe von wirtschaftlichen Kennzahlen für das Unternehmen.

Der Betriebsrat des Werkes hat sich unterdessen an die Bundesagentur für Arbeit gewandt. Die Arbeitslosigkeit in der Region liegt jetzt schon über dem Durchschnitt in NRW. Wenn sich der Konzern mit seinem Willen durchsetzt und die Kündigungen wie geplant durchgehen, wäre das ein weiterer Schlag für die Region, befürchten Betriebsrat und IG Metall.

Unterstützung von der Politik eingefordert
Die IG Metall will sich auch von der Politik Unterstützung holen und hat sich an den Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider gewandt. Der Konzern müsse Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, aber auch gegenüber der ohnehin schwer gebeutelten Region zeigen. Das Unternehmen dürfe sich nicht so einfach davonstehlen können. Wenn denn die Entlassungen unumgänglich seien, so müsste der Konzern wenigstens dabei helfen, Alternativarbeitsplätze zu schaffen. Für Januar sei daher ein Gespräch mit Vertretern der Geschäftsführung und mit örtlichen Politikern geplant.  Am 4. Dezember aber soll mit einer Lichterkette auf die Problematik aufmerksam gemacht werden. "Wir werden uns um 17 Uhr auf dem Kronenplatz in Detmold versammeln. Die Region braucht die Unterstützung der Bevölkerung im Kampf um jeden Arbeitsplatz", so Svend Nevger.

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