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Leiharbeit: Boom wurde nur gebremst – noch lange nicht gestoppt

Leiharbeit nimmt wieder zu

Boom wurde nur gebremst, nicht gestoppt

10.05.2010 Ι Der Gesetzgeber hat den Boom der Leiharbeit erst ermöglicht. Mit den Hartz-­Gesetzen schaffte er fast alle Regeln ab und öffnete dem Missbrauch Tür und Tor. Die IG Metall hat nun die Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" gestartet.

Leiharbeit ist für Arbeitslose kein Sprungbrett in eine Festanstellung. Der vielbeschworene "Klebeeffekt" funktioniert nicht. Im Schnitt bleibt nur jeder Siebte im Entleihbetrieb hängen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Sie fordert darin unter anderem, Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Leiharbeitnehmern und Stammbeschäftigten anzunähern. Für die Bertelsmann-Stiftung eine neue Erkenntnis. Für die IG Metall ein alter Hut. Sie warnt seit langem davor, dass Arbeitgeber Leiharbeitnehmer als billige Arbeitskräfte missbrauchen und dass reguläre Beschäftigung verdrängt wird.

Leiharbeit: Kein echtes Sprungbrett

Nur gebremst
Zwar bremste die Krise den Boom der Leiharbeit scharf ab. Doch schon jetzt steigen die Zahlen wieder, und nach der Krise könnten Arbeitgeber noch mehr Leiharbeitnehmer einsetzen als zuvor.

Damit das nicht passiert, fordert der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, die Politik auf, der Leiharbeit wieder Grenzen zu setzen. Mit den Hartz-Gesetzen hatte sie die Regeln stark gelockert und den Boom der Branche erst ermöglicht. Ein Ziel der Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld 2010", die die IG Metall Anfang Mai startete, heißt: Die EU-Richtlinie zur Leiharbeit muss in nationales Recht umgesetzt werden. "Das ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die EU-Staaten geeinigt haben", erklärt Detlef Wetzel, "und selbst dahinter bleibt das deutsche Gesetz zurück." Verbesserungen verspricht er sich zum Beispiel bei den Beschäftigungsbedingungen wie "gleiche Bezahlung".

Besservereinbarungen
In rund 500 Betrieben hat die IG Metall inzwischen Vereinbarungen abgeschlossen, die die Bedingungen der Leiharbeitnehmer verbesserten. Doch Betriebsräte sollten sich bereits bei der Personalplanung einmischen und den Einsatz von Leiharbeitnehmern möglichst verhindern. Gelingt das nicht, sollten sie die Zahl begrenzen und gute Konditionen für sie vereinbaren. Wichtig ist auch, sich regelmäßig einen Überblick zu verschaffen, wie viele Leiharbeitnehmer zu welchen Bedingungen im Betrieb arbeiten. Denn nur so kann der Betriebsrat feststellen, ob der Arbeitgeber die Vereinbarungen einhält.

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Fragen zur Leiharbeit? Rufen Sie an!

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

Wie viele arbeiten wo prekär?

Wie viele Menschen sind in den 429 deutschen Stadt- und Landkreisen prekär beschäftigt? Das dokumentiert das Wirtschafts- und Sozialwissen- schaftliche Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI).  Mit einer interaktiven Landkarte können regionale Infos zur Leiharbeit über das ausgewählte Bundesland abgerufen werden.

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