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Ergebnis der Otto Brenner Stiftung: Funktion von Leiharbeit wandelt sich

Leiharbeit: Gesamtmetall reagiert auf Studie zur Leiharbeit

Leiharbeit ist Instrument zur Profitsteigerung

19.08.2009 Ι Leiharbeit wird von Unternehmen zunehmend missbraucht. Das ergab die Studie der Otto Brenner Stiftung zum Funktionswandel der Leiharbeit. Gesamtmetall hat die Kritik der Gewerkschaften prompt zurückgewiesen. Warum unsere Kritik berechtigt ist, erklären wir Punkt für Punkt.

Immer mehr Menschen atypisch beschäftigt
Gesamtmetall behauptet: Es findet keine Verdrängung statt.

Richtig ist:
Das Statistische Bundesamt hat im Rahmen eines Pressegesprächs am 19. August 2009 in Frankfurt am Main mitgeteilt, dass in Deutschland der Anteil atypisch Beschäftigter, wie Leiharbeit; nach Ergebnissen des Mikrozensus seit 1998 deutlich zugenommen hat: 1998 standen noch fast drei Viertel (72,6 Prozent) der Erwerbstätigen in einem Normalarbeitsverhältnis, 2008 waren es nur noch 66 Prozent. Der Anteil atypischer Beschäftigungsformen stieg im gleichen Zeitraum von 16,2 auf 22,2 Prozent.

Schritt in reguläre Jobs bleibt oft tabu
Gesamtmetall behauptet: Vor allem für Arbeitslose und Geringqualifizierte sei Leiharbeit eine Perspektive, um am regulären Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können.

Richtig ist:
Nach einer Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit werden nur etwa 15 Prozent der verliehenen Arbeitskräfte in den Entleihbetrieben übernommen. Lediglich drei Prozent der Beschäftigten in Leiharbeit verfügen über keinen allgemeinen Schulabschluss.

Christliche Gewerkschaften etablierten Niedriglöhne
Gesamtmetall behauptet:: Die DGB-Gewerkschaften seien schuld an schlechten Arbeits- und Tarifbedingungen der Beschäftigten in Leiharbeit.

Richtig ist:
Die Christlichen Gewerkschaften haben unzureichende Tarifverträge abgeschlossen und Niedriglöhne etabliert. Auf Druck der Gewerkschaften wurden Leiharbeitskräften im Zuge der Hartz-Reformen gleiches Gehalt und gleiche Arbeitsbedingungen wie der Stammbelegschaft zugesichert. Diese Regelung ist allerdings seitens der Politik durch eine Tariföffnungsklausel untergraben worden. Die Christlichen Gewerkschaften haben diese Möglichkeit genutzt und arbeitgeberfreundliche Tarife abgeschlossen, die deutlich unter dem Lohnniveau von Festangestellten liegen. Obwohl es den DGB-Gewerkschaften, zu denen auch die IG Metall zählt, gelungen ist, bessere Tarife abzuschließen, konnten sie nicht der massiven Unterbietungskonkurrenz stand halten. Deshalb liegen die Tarife unter der regulären Bezahlung und verhindern ein faires Lohnniveau für Leiharbeitskräfte.

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