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Kurz erklärt

Was bedeutet Zielinflation und Trendproduktivität?

Die Tarifforderungen der IG Metall orientieren sich an volkswirtschaftlichen Kennzahlen. Entscheidend sind dabei die sogenannte "Trendproduktivität" und die "Zielinflation". Was hinter den Begriffen steckt.

Wilfried Kurtzke, Volkswirt beim Vorstand der IG Metall, erklärt:

 

Die Forderung der IG Metall begründet sich aus drei Faktoren: Zielinflation, Trendproduktivität (beides zusammen ergibt den verteilungsneutralen Spielraum) und einer Umverteilungskomponente. Mit der Währungsunion hat die Europäische Zentralbank die Zielinflation bei knapp unter zwei Prozent festgelegt. Sie gilt als Preisniveaustabilität. Wird sie in allen Ländern der Eurozone eingehalten, wird die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsstaaten nicht verzerrt. Steigen die Preise schwächer (wie es derzeit der Fall ist), drohen Deflationstendenzen mit sinkenden Preisen.

 

Die Realisierung der Zielinflationsrate wird von der Zentralbank mit allen geldpolitischen Instrumenten verfolgt, kann aber mit der Geldpolitik allein nicht erreicht werden. Daher trägt eine Lohnpolitik, die sich an der Zielinflation orientiert, zur Preisstabilität bei.

 

Produktivität steigt, wenn mit dem gleichen Arbeitseinsatz mehr produziert wird. Die Trendproduktivität berechnet sich aus dem Durchschnitt aller Branchen im Zeitraum von 2000 bis 2014 und beträgt 1,1 Prozent. Damit werden extreme Ausschläge nach oben und nach unten ausgeglichen und für eine stabile Lohnentwicklung gesorgt. Und sie ist solidarisch. Würde sich jede Branche nur an ihrer eigenen Produktivität orientieren, gingen manche leer aus. In Dienstleistungsbranchen steigt sie in der Regel kaum, da etwa ein Busfahrer immer nur einen Bus fahren kann.

 

Mit der Orientierung an der Zielinflationsrate und der Trendproduktivität können die Realeinkommen und somit die Konsumnachfrage steigen. In der Folge steigen die Preise, die Absatzerwartungen der Unternehmen und die Investitionen.

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

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Werner Bachmeier
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