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Kurswechsel für eine nachhaltige Industriepolitik

Die Zukunft entscheidet sich schon heute

05.12.2012 Ι Der industrielle Sektor ist die Grundlage unserer Ökonomie und die Basis wirtschaftlichen Erfolgs. Nun gilt es, diesen Erfolg zukunftsfest zu machen und die Industrie nachhaltig zu modernisieren, erklärt Jürgen Kerner, IG Metall-Vorstandsmitglied mit Blick auf den Kurswechsel-Kongress, der heute in Berlin beginnt.

Noch vor wenigen Jahren war der Übergang zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft die heilbringende Botschaft. Die Industriegesellschaft, so glaubten viele, gehe dem Ende zu. Es ist zum Glück nicht so gekommen, wie damals prophezeit. Deutschland steht heute deshalb vergleichsweise gut da, weil der industrielle Sektor hierzulande sich als äußerst robust und wettbewerbsstark erwiesen hat. Länder mit einem schrumpfenden produzierenden Gewerbe stehen dagegen vor massiven Beschäftigungs- und Strukturproblemen. 

Hohes Innovationspotenzial

Die guten Erfahrungen Deutschlands bestärken die IG Metall in ihrer Position, auf eine kontinuierliche nachhaltige Entwicklung des industriellen Sektors zu setzen. Drei Ziele stehen für sie dabei im Vordergrund, erklärt IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner anlässlich des Kurswechsel-Kongresses der IG Metall, der vom 5. bis 7. Dezember in Berlin stattfindet. Produktion und Wirtschaftsweise müssen ökologisch und sozial tragfähig sein. "Wir als IG Metall unterstützen ökologisch verträgliche Produktionsverfahren und Produkte. Dazu gehört ein effizienter und umweltschonender Verbrauch von Ressourcen."

Die IG Metall setzt sich für qualitatives Wachstum ein, das negative soziale und ökologische Folgen vermeidet. "Eine nachhaltige Modernisierung wird nur mit und über die Industrie und ihre Beschäftigten gelingen", ist Jürgen Kerner überzeugt. "Ihre Innovationskraft wird entscheidend dazu beitragen, um Wachstum und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln und neue Verfahren gegen Klimawandel und zum Schutz der Umwelt zu entwickeln."

Schlüsselstellung der Beschäftigten

Die Beschäftigten stehen für die IG Metall im Zentrum einer nachhaltigen Entwicklung. "Nur mit der Erfahrung, dem Wissen und der Kreativität der Mitarbeiter kann qualitatives Wachstum entstehen", sagt Kerner. Beschäftigte sind die Mitgestalter einer Modernisierung der Industrie. Denn schon in die Produktentwicklung fließen die Ideen der kreativsten Köpfe ein. Ob ein Produkt ökologisch und nachhaltig ist, muss schon von Anfang an mitgedacht werden. Die Zukunft von morgen entscheidet sich heute in den Köpfen. Auch bei der Ressourceneffizienz können die Beschäftigten wichtige Hinweise geben.

Ökologisches Denken und der Wunsch, bei der Entwicklung und Produktion von sinnvollen Produkten beteiligt zu sein, setzt sich bei vielen Beschäftigten immer mehr durch. Beispielhaft steht dafür der Ansatz "Cradle to Cradle" (übersetzt: von der Wiege zur Wiege), der nachhaltige Produktion in biologischen und technischen Kreisläufen beschreibt. Wertstoffe werden kontinuierlich in technische Kreisläufe überführt. Beispiele für des beständigen Kreislauf der Stoffe sind zum Beispiel das kompostierbare T-Shirt oder der kompostierbare Bezug für Flugzeugsitze. Nichts wird weggeworfen, sondern einer neuen Verwendung zugeführt. 

Beschäftigte sollen Mitverantwortung für die ökologische Gestaltung von Arbeitsprozessen und Produkten erhalten. Das funktioniert nur in Unternehmensstrukturen, in denen Demokratie und Mitbestimmung tief verankert sind. Starke Betriebsräte sind ein Erfolgsfaktor unserer industriellen Entwicklung. "Mitbestimmung und tarifpolitische Gestaltung gehören für uns untrennbar zum industriellen Wandel", so Kerner. Für eine aktive und nachhaltige Industriepolitik fordert die IG Metall deshalb die Einführung eines industriepolitischen Dialogs, an dem Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften beteiligt sind.

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