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Konzertierte Aktion 2010 in Thüringen

Konzertierte Aktion 2010 in Thüringen

Niedriglohnimage beseitigen

05.03.2010 Ι In Thüringen hat die IG Metall gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und der SPD-Fraktion die Konzertierte Aktion wiederbelebt. Damit soll die Lohnentwicklung verbessert und Fachkräftemangel verhindert werden. Erste Projekte versprechen Erfolg, erklärt Wolfgang Lemb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Gera/Jena-Saalfeld im Interview.

"Konzertierte Aktion" ist ein Begriff und auch ein Konstrukt aus den späten 60er Jahren. Warum ist das jetzt wieder aktuell?
Weil es darum geht, dass die Probleme, die Thüringen im Bereich der Fachkräfteentwicklung, der Abwanderung und damit Überalterung der Gesellschaft, sowie der Lohnentwicklung im Land hat, nur gemeinsam gelöst werden können. Diese politische Initiative wurde im Rahmen der Koalitionsverhandlungen verabredet und soll auch ein neues Verhältnis zwischen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften in Thüringen entwickeln.

Was genau kann man sich unter der "Konzertierten Aktion 2010 in Thüringen" vorstellen?
Im Rahmen der Konzertierten Aktion sollen mehrere Treffen der Tarifparteien unter Moderation des Thüringer Wirtschaftsministeriums in 2010 stattfinden. Es geht um den gemeinsamen Dialog zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften, es geht aber vor allem darum, möglichst konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Lohnniveaus, sowie der Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu verabreden.

Was sind die wichtigsten Ziele der Aktion?
Thüringen hat seit vielen Jahren die "rote Laterne" bei den Löhnen im Ländervergleich. Dieses Niedriglohnimage wollen wir beseitigen.
Im wesentlichen geht es um folgende Themenbereiche:

  • Stärkung der Sozialpartnerschaft und der solidarischen Grundpfeiler der  Gesellschaft
  • Stärkung der Tarifbindung der Unternehmen
  • Etablierung fairer Löhne und Gehälter als wichtiger Thüringer Standortfaktor
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer
  • Sicherung des Fachkräftebedarfs - Bindung junger Fachkräfte durch Verbesserung der Berufsperspektiven in Thüringen
  • Erschließung von Wachstumspotenzialen durch eine ausgewogene Balance zwischen einer verstärkten Förderung von Zukunftsbranchen und einer Stärkung traditioneller Wirtschaftszweige
  • Bereitstellung wirksamer Instrumente zur Sicherung wettbewerbsfähiger Unternehmen und Arbeitsplätze in der Krise


Gibt es ein Beispiel aus der Region das zeigt, wie ihr vorgeht und welche Vorteile sich für die Arbeitnehmer daraus ergeben haben?

Die Verabredungen der gemeinsamen Erklärung zur Konzertierten Aktion wurden in dem aktuellen Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie für Thüringen aufgegriffen. In diesem Zusammenhang geht es darum, dass wir als IG Metall erreichen wollen, dass es nicht nur bei "plakativen" Erklärungen bleibt, sondern dass die Intention dieser gemeinsamen Erklärung in der tarifpolitischen Praxis in Thüringen mit Leben erfüllt wird.
Letztlich bedeutet dies ganz praktisch, dass wir bislang nicht tarifgebundene Arbeitnehmer in die Tarifbindung integrieren wollen. das funktioniert natürlich nur, wenn die Kollegen im Betrieb es wollen, andererseits erwarten wir von den Arbeitgebern, dass solche Bestrebungen mir unterstützt werden. Nur so kann letztlich der "Geist" der Vereinbarung zur Praxis werden.

Was bringt die Konzertierte Aktion auf lange Sicht für Thüringen?
Das Lohnniveau in Thüringen nach oben zu entwickeln. Damit einen  wichtigen Beitrag leisten, dass die jungen Fachkräfte im Land bleiben und die Abwanderung junger Menschen aus Thüringen langfristig gestoppt wird.

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