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Foto: Nikolay Mamluke/ Fotolia.de

Kobold Messring in Hofheim: Betriebliche Mitbestimmung durchgesetzt

Betriebsrat bei Kobold Messring kommt

29.03.2010 Ι Kurz nachdem Markus Auer und seine beiden Kollegen ihren Arbeitgeber über ihre Pläne, einen Betriebsrat zu gründen, informiert hatten, wurde ihnen gegkündigt. Das Arbeitsgericht Frankfurt hat die Kündigungen nun kassiert: Im Mai wählen die Beschäftigten von Kobold Messring in Hofheim einen Betriebsrat.
Den 23. Oktober vergangenen Jahres werden Markus Auer und seine beiden Kollegen nicht so schnell vergessen. Morgens um 8 Uhr informierten sie den Geschäftsführer ihrer Firma Kobold Messring in Hofheim am Taunus darüber, einen Betriebsrat gründen zuwollen. Sie wurden dabei von der IG Metall- Verwaltungsstelle Frankfurt beraten und unterstützt. Mit einem Aushang im Betrieb luden sie dann zur Wahl eines Wahlvorstandes ein.

Auf die Ankündigung folgte die Kündigung
Schon am Nachmittag desselben Tages bekam Auer die betriebsbedingte Kündigung. Auf Anweisung des Firmenchefs Klaus Kobold, welcher überwiegend im Ausland lebt, musste Auer sofort seinen Schreibtisch räumen und wurde aus dem Gebäude geführt. Seine Kollegen bekamen ihre Kündigung am nächsten Tag per Einschreiben. Dabei hatten Auer und seine Mitstreiter lediglich ihre Rechte als Arbeitnehmer wahrgenommen. Ab fünf Mitarbeitern können Beschäftigte einen Betriebsrat gründen, egal, ob es der Firmenleitung passt oder nicht.

Nach ihrer Kündigung kehrten Auer und seine Kollegen per einstweiliger Verfügung an ihre Arbeitsplätze zurück. Die Firmenleitung setzte sie in ein leerstehendes Büro, nahm ihnen Computer und Telefone weg und versuchte sie mürbe zu machen. "Es wurde alles unternommen, um uns zu demotivieren, aber wir haben nicht aufgegeben", sagt Auer. Die Betriebsratsgründung ist nicht aufzuhalten. Im Mai wählen die 125 Beschäftigten einen Betriebsrat. Auer und seine Kollegen treten als IG Metall-Liste an.

Vom Saulus zum Paulus
Mitte März wurde über die Kündigungen vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main verhandelt. Das Gericht wies dabei den Firmenchef in die Schranken. Es wischte alle Kündigungen gegen die Betriebsratsinitiatoren als rechtsunwirksam vom Tisch. Inzwischen ist Klaus Kobold vom Saulus zum Paulus geworden. Er habe schon immer einen Betriebsrat haben wollen, ließ er verlauten.

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