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Kfz-Tarifrunde: Erste Abschlüsse erzielt

© Jenny Stein

Kfz-Tarifrunde: Erste Abschlüsse erzielt

Mehr Geld für Kfz-Handwerker durchgesetzt

14.06.2017 Ι In der Kfz-Tarifrunde hat die IG Metall erste Abschlüsse erzielt, die den Beschäftigten ein gutes Einkommensplus bescheren. In Hannover, Osnabrück und in der Pfalz steigen Löhne und Gehälter um insgesamt 5,8 Prozent in zwei Stufen. Besonders freuen können sich die Azubis: Sie bekommen bis zu 111 Euro pro Monat mehr.

Etwa 10 000 Kfz-Beschäftigte waren bundesweit Anfang Juni auf die Straße gegangen und hatten mit Warnstreiks Bewegung in die Verhandlungen gebracht. Die Zeit ist reif für ordentliche Tariferhöhungen - das war das Signal an die Arbeitgeber.

In der laufenden Kfz-Tarifrunde fordert die IG Metall für ihre Mitglieder ein Plus von fünf Prozent und für die Azubis überproportional mehr - für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Herausgekommen sind insgesamt 5,8 Prozent in zwei Stufen innerhalb der nächsten zwei Jahre.

In Hannover und Osnabrück steigen Löhne und Gehälter in diesem Jahr ab Juni um drei Prozent und ab September 2018 um weitere 2,8 Prozent. Die Azubis sind die Hauptgewinner des Abschlusses: Ihre Vergütungen erhöhen sich überproportional um 81 bis 111 Euro. Das zweite Tarifergebnis für das Kfz-Gewerbe in der Pfalz bringt den Beschäftigten nach vier Einmalzahlungen von jeweils 75 Euro ein Lohnplus von zweimal 2,9 Prozent (ab September in diesem Jahr und im nächsten Jahr ab Oktober).
 


Die Kfz-Betriebe können sich höhere Löhne leisten: Die Branche boomt, die Autohäuser sind gut bis sehr gut ausgelastet, sowohl Neu- als auch Gebrauchtwagen verkaufen sich wie geschnitten Brot.

In den anderen Bundesländern laufen die Tarifverhandlungen noch. Am 21. Juni verhandelt die IG Metall in der dritten Runde für die Kfz-Beschäftigten in Baden-Württemberg - mit dem Ziel, dort ein mindestens ebenso gutes Ergebnis durchzusetzen. Zwei Tage später geht's weiter in Berlin, Brandenburg, Sachsen und in Hamburg. Und am 27. Juni in Bayern.

 

Mehr Betriebe in die Tarifbindung

Neben einem Einkommensplus wollen die Kfz-Beschäftigten und die IG Metall erreichen, dass wieder mehr Betriebe Tariflöhne zahlen. Im Kfz-Handwerk verfolgen viele Arbeitgeber eine Billigstrategie. Durch Tarifflucht sind in den letzten Jahren die Tarifstrukturen im Handwerk immer brüchiger geworden und dadurch die Einkommens- und Arbeitsbedingungen mancherorts schlechter. Ein Arbeitnehmer in der Kfz-Branche verdient ohne Tarif im Schnitt 23 Prozent weniger als sein Kollege in einem tarifgebundenen Betrieb.

Viele Landesinnungen geben ihr Kerngeschäft, Tarifverträge auszuhandeln, an freiwillige Arbeitgeberverbände ab - so gerade geschehen in Hessen. Ohne ersichtlichen Grund und ohne Vorwarnung hat dort die hessische Kfz-Innung während der laufenden Tarifrunde beschlossen, mit der IG Metall keine Verhandlungen mehr führen zu wollen und die bestehenden Tarifverträge gekündigt.

Den Tarif-Job soll jetzt eine Tarifgemeinschaft des Kraftfahrzeuggewerbes übernehmen, die sich zu diesem Zweck neu gegründet hat. Für die IG Metall ist das nur die zweitbeste Lösung. Sie befürchtet, dass das eigentliche Ziel dieser Aktion wieder Tarifflucht sein könnte. "Die IG Metall erwartet, dass alle hessischen Kfz-Betriebe weiterhin tarifgebunden bleiben beziehungsweise eine Tarifbindung mit der IG Metall eingehen", sagt IG Metall-Tarifexperte Alwin Boekhoff. Ansonsten müssten die Betriebe mit weiteren Aktionen bis hin zu Warnstreiks rechnen.

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Kfz-Mechatroniker mehr mit Tarif

Das Monatseinkommen von Kfz-Mechatronikern mit Tarifvertrag liegt mit durchschnittlich 2860 Euro rund 23 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht-tarifgebundenen Betrieben. Das ergab eine Auswertung von LohnSpiegel.de.

Aktiv für Kfz-Tarifvertrag in NRW. Foto: Thomas Range
Mehr Geld im Kfz-Handwerk

Die Tarifabschlüsse bringen den Kfz-Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben mehr Geld in zwei Stufen. Unter dem Strich steht ein Einkommensplus von rund 5,8 Prozent über zwei Jahre.

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