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z-Tarifrunde: Abschlüsse im Süden - Warnstreiks im Osten. Foto: Christian von Polentz

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Kfz-Tarifrunde: Abschlüsse im Süden - Warnstreiks im Osten

Zweiter Abschluss für Kfz-Handwerker erreicht

05.06.2013 Ι Nach Bayern erhalten jetzt auch die Kfz-Handwerker in Baden-Württemberg in zwei Stufen mehr Geld: Ihre Entgelte steigen ab August diesen Jahres und ab Oktober 2014 um jeweils 2,8 Prozent. Und damit das im Osten und im Norden ebenfalls klappt, helfen dort seit Anfang dieser Woche die Kfz-Beschäftigten mit Warnstreiks etwas nach.
Nach dem Durchbruch in Bayern konnte die IG Metall jetzt auch in Baden-Württemberg in der zweiten Verhandlung ein Plus von insgesamt 5,6 Prozent für die Kfz-Beschäftigten durchsetzen. Ihre Entgelte steigen in zwei Stufen ab 1. August 2013 und ab 1. Oktober 2014 um jeweils 2,8 Prozent. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten und endet wie in Bayern am 30. April 2015.

In Bayern erhöhen sich die Entgelte zu einem früheren Zeitpunkt. Hier erhalten die Beschäftigten in den Autohäusern und Werkstätten das zweistufige Plus von jeweils 2,8 Prozent ab Juli 2013 und ab August 2014 bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

"Das ist ein Tarifabschluss, mit dem wir unser Hauptziel erreicht haben: Mehr Kaufkraft schaffen, damit mehr Nachfrage entsteht und so Arbeitsplätze gesichert werden", erklärte Sabine Zach, die in Baden-Württemberg für die IG Metall verhandelte.

Warnstreikende in Berlin-Tempelhof. Foto: Klaus Abel, IG Metall Berlin
Warnstreikende in Berlin-Tempelhof. Foto: Christian von Polentz

Kfz-Tarifrunde geht mit Warnstreiks weiter

Nach den Abschlüssen in Bayern und Baden-Württemberg drängt die IG Metall jetzt auch im Osten und im Norden auf eine schnelle Einigung. "Der Abschluss aus Bayern ist eine gute Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern an der Küste", sagt Friedhelm Ahrens, Tarifsekretär der IG Metall Küste.

Um den Druck auf die Kfz-Arbeitgeber zu erhöhen, hat die IG Metall in Berlin, Brandenburg, Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern die Kfz-Handwerker zu Warnstreiks aufgerufen. Nach den ersten Warnstreiks in Berlin zum Wochenbeginn legten am Dienstag 150 Beschäftigte bei Volkswagen Originalteile und Logistik in Ludwigsfelde (OTLG) die Arbeit nieder.

Für heute sind die Kfz-Arbeitnehmer in Brandenburg, Sachsen und in Mecklenburg-Vorpommern zu Warnstreiks aufgerufen. So werden unter anderem die Belegschaften von Autohäusern in Berlin, Leipzig, Potsdam, Rostock, Schwerin, Upahl und Valluhn für mehrere Stunden die Arbeit niederlegen.

Inakzeptables Angebot der Arbeitgeber im Osten

Vor den Mercedes-Benz-Niederlassungen in Rostock und Schwerin sind heute Warnstreik-Kundgebungen, an denen sich auch die Beschäftigten der anderen Standorte beteiligen. "Die Beschäftigten wollen mit dem Warnstreik deutlich machen, dass das erste Angebot der Arbeitgeber inakzeptabel ist. Mit den zwei Nullmonaten und einer Erhöhung von 2,2 Prozent ab 1. August 2013 sowie von 2 Prozent ab 1. August 2014 bleiben sie weit hinter den Tarifabschlüssen in anderen Regionen zurück, wo es Erhöhungen von 2,8 und 2,8 Prozent gibt", kritisiert Ahrens.

In Rostock verhandelt heute die IG Metall zum zweiten Mal für das Kfz-Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern sowie in der dritten Runde in Hamburg. Morgen treffen sich IG Metall und Kfz-Arbeitgeber in Magdeburg zur zweiten Verhandlung für die Kfz-Branche in Sachsen-Anhalt.

Die IG Metall fordert in der Kfz-Tarifrunde ein Plus von 5,5 Prozent. Die Vergütungen für die Auszubildenden sollen überproportional steigen. Des Weiteren will die IG Metall die Ost- an die West-Standards angleichen.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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