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Kfz-Handwerk: Gespräch mit Thomas Gabel, IG Metall-Tarifkommission Hessen

© Frank Rumpenhorst

Kfz-Handwerk: Gespräch mit Thomas Gabel, IG Metall-Tarifkommission Hessen

"Bei den Arbeitgebern herrscht Wildwuchs"

25.04.2017 Ι Die Kfz-Tarifrunde läuft. Thomas Gabel, Mitglied der IG Metall-Tarifkommission in Hessen, erläutert im Gespräch, worum es geht und wie es gelingen kann, gute Tarifstandards im Kfz-Handwerk durchzusetzen.


Thomas, was fordern die Beschäftigten in den Autohäusern und Werkstätten?
Thomas Gabel: Wir fordern fünf Prozent mehr Geld. Wenn es nach großen Niederlassungen wie uns ginge, hätte es auch etwas mehr sein können. Wir bei Volkswagen Original Teile Logistik hatten 2016 das beste Jahr unserer Geschichte. Im Schnitt haben wir im Kfz-Handwerk Umsatzsteigerungen von über fünf Prozent. Aber es gibt eben auch viele Kleine, bei denen es nicht ganz so gut läuft. Zudem sind zu wenig Betriebe an Tarifverträge gebunden.

Zu wenig Tarifbindung, woran liegt das?
Gabel: Wir haben zu wenig IG Metall-Mitglieder im Kfz-Handwerk. Zudem herrscht auf der Gegenseite bei den Arbeitgebern kompletter Wildwuchs. Außer bei uns in Hessen gibt es kaum noch Tarifgebiete, in denen die Innungen noch mit uns über Tarife verhandeln, obwohl das eigentlich ihre Aufgabe ist.

Was muss geschehen, damit es im Kfz-Handwerk wiedermehr Tarif gibt?
Gabel: Wir brauchen mehr IG Metall-Mitglieder. Dazu müssen wir auch die kleineren Betriebe organisieren. Zudem müssen wir diskutieren, wie wir zeigen, dass es sich lohnt, in der IG Metall zu sein. Etwa indem wir Forderungen erheben und durchsetzen, die in erster Linie unseren Mitgliedern nutzen. Einen guten Ansatz finde ich auch die Kampagne "Autohaus fair" der IG Metall Küste, bei der tarifgebundene Betriebe ausgezeichnet werden.

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