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Pro G9: Hessische Volksinitiative für ein Volksbegehren

Mehr Zeit für gute Bildung

26.07.2013 Ι Zurück zu G9. Der Protest gegen die verkürzte gymnasiale Schulzeit G8 geht weiter. In Hessen hat sich jetzt die "Volksinitiative Pro G9" gegründet. Ihr Ziel: ein Volksbegehren. Dazu hat die Initiatve einen Gesetzentwurf erarbeitet, um G8 in Hessen zum Schuljahr 2014/15 abzuschaffen. Nötig sind rund 90 000 Unterschriften.
Totgesagte leben länger. Mittlerweile kehren wieder viele Bundesländer zu einer Schulform zurück, die eigentlich schon so gut wie ausgestorben war: das neunjährige Gymnasium - kurz G9.

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben bereits wieder G9 mit der sechsjährigen Schulzeit eingeführt. Und auch Niedersachsen wird bald folgen, wie die neue rot-grüne Regierung kürzlich in ihrem Koalitionsvertrag festlegte. In Hamburg und Berlin haben Elterninitiativen das Thema ebenfalls schon auf die politische Tagesordnung gesetzt.

In Hessen gibt es jetzt einen bunten Strauß an Wahlmöglichkeiten. In diesem Jahr können hessische Eltern wählen, welche der weiterführenden Schulen für ihr Kind in Frage kommt: eine Gesamtschule, G9 oder ein Gymnasium, das beide Schulzeiten anbietet. Von 107 Gymnasien bieten bislang 29 wieder das Abitur nach neun Jahren an. Ab dem kommenden Schuljahr sollen es 50 Gymnasien sein. In elf Schulen können Eltern und Kinder künftig wählen zwischen G8 und G9. Die Qual der Wahl macht es aber für Eltern nicht unbedingt leichter.

Hessische Volksinitiative Pro G9 - mehr als eine Petition

Trotz des Angebotes des Landes Hessen, dass Gymnasien zur sechsjährigen Schulzeit G9 zurückkehren können, hält der Protest gegen G8 an. Jetzt hat sich eine Volksinitiative "Pro G9" gegründet, die von Schüler- und Elterninitiativen, Gewerkschaften, Vereinen sowie von den Landtagsfraktionen der SPD und Linken getragen wird. Ziel der Initiative: ein Volksbegehren. Dazu hat sie einen Gesetzentwurf "Mehr Zeit für gute Bildung" erarbeitet, um die verkürzte Schulzeit G8 in Hessen zum Schuljahr 2014/15 ganz abzuschaffen. Danach sollen alle Gymnasien nach den Vorgaben von G9 unterrichten und es auch ermöglichen, dass laufende Jahrgänge nach dem Elternwunsch umstellen können.



Die IG Metall unterstützt die erste hessische Volksinitiative. Um den Gesetzentwurf "Mehr Zeit für gute Bildung" in den Landtag einbringen zu können, sind rund 90 000 Unterschriften notwendig. Oder besser 100 000 Stimmen, damit die Politik am eindeutigen Votum der Menschen nicht vorbei kommt und künftig allen Schülerinnen und Schülern mehr Zeit für gute Bildung und eine Rückkehr zu G9 garantiert wird.

Mitmachen für eine nachhaltige und stressfreie Bildung

Unterstützen auch Sie die hessische Volksinitiative "Pro G9". Helfen Sie dabei, innerhalb eines Jahres hessenweit 100 000 Unterschriften von Wahlberechtigten zu sammeln, damit der Gesetzentwurf zugelassen und in den Hessischen Landtag eingebracht wird. Den Unterschriftsbogen mit Gesetzentwurfstext und Merkblatt zum Herunterladen oder zum Bestellen gibt es bei Pro G9 / Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen. Die ausgefüllten und unterschriebenen Formulare bitte an die GEW Hessen, Postfach 170316, 60077 Frankfurt schicken.

Revolution Bildung

Für bessere und gerechtere Bildung für alle - kostenlos und mit genügend Zeit - macht sich auch die IG Metall Jugend stark. Ihre Aktivitäten bündelt sie in der Kampagne Revolution Bildung. Die Jungmetallerinnen und -metaller haben ihre Forderungen in einem Bildungsmanifest zusammengefasst. Damit wollen sie vor der Bundestagswahl Druck auf Politik und Wirtschaft ausüben. 

Dazu braucht die Jugend Ihre Unterstützung: Bitte unterzeichnen Sie online das Bildungsmanifest der IG Metall Jugend und zeigen Sie, dass auch Sie die Forderung nach besserer Bildung für alle unterstützen.
Links und Zusatzinformationen
Volksbegehren - Volksentscheid
Die hessische Verfassung erlaubt es Bürgerinnen und Bürgern, einen Gesetzentwurf im Landtag einzubringen. Dazu müssen zwei Prozent der Wahlberechtigten (knapp 90 000) einen Antrag für ein Volksbegehren stellen. Lässt der Landtag dies zu, müssen innerhalb von zwei Monaten 20 Prozent der Wahlberechtigten das Begehren per Unterschrift in besonderen Listen unterstützen. Das sind 900 000 Bürgerinnen und Bürger.

Stimmt der Landtag dem Gesetz dann nicht zu, kommt es zum Volksentscheid. Bisher wurden Begehren entweder nicht zugelassen oder das Quorum wurde nicht erfüllt.
Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.