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Opel/Vauxhall: Junge Opelaner aus ganz Europa für eine Zukunft mit Perspektive. Foto: Frank Rumpenhorst

Opel/Vauxhall: Junge Opelaner aus ganz Europa für eine Zukunft mit Perspektive

Für Ausbildung und Zukunft

18.06.2014 Ι Mit einem neuen Jugendnetzwerk treten junge Opel- und Vauxhall-Beschäftigte aus ganz Europa gemeinsam für eine gute Ausbildung und Zukunft an. In Rüsselsheim demonstrierten sie für ihre Forderungen - und diskutierten mit dem Euro-Betriebsrat und dem Management.
Auszubildende und junge Beschäftigte aus den Opel- und Vauxhall-Werken in Deutschland, England, Österreich und Spanien haben am Freitag in Rüsselsheim für eine gute Ausbildung und eine Zukunft im Unternehmen demonstriert. Aus Deutschland waren Azubis aller vier Opel-Standorte dabei.

Junge Opelaner aus ganz Europa demonstrieren in Rüsselsheim. Foto: Frank Rumpenhorst
Junge Opelaner aus ganz Europa demonstrieren in Rüsselsheim. Foto: Frank Rumpenhorst

Am Tag zuvor diskutierten die jungen Opelaner mit dem Euro-Betriebsratsvorsitzenden Wolfgang Schäfer-Klug und Opel-Vorstand Karl-Thomas Neumann. Sie fordern vergleichbare Ausbildungsstandards und sichere Beschäftigungsperspektiven. Das Unternehmen Opel/Vauxhall müsse seiner Verantwortung gerecht werden und einen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa leisten.

Die weiteren Ziele der jungen Opel-Beschäftigten: ein Austauschprogramm über alle europäischen Standorte. Und ein Platz für einen gemeinsamen Jugendvertreter im europäischen Betriebsrat.

"La Solidarida - no tiene limites": Junge Spanier demonstrieren in Rüsselsheim für "Solidarität ohne Grenzen". Foto: Frank Rumpenhorst
"La Solidaridad - no tiene limites": Junge Spanier applieren in Rüsselsheim für "Solidarität ohne Grenzen".
Foto: Frank Rumpenhorst

Ausbildung ist überall anders

Die Ausbildungsbedingungen an den verschiedenen Opel/Vauxhall-Standorten sind sehr unterschiedlich. In Gliwice/Polen und Szentgotthard/Ungarn etwa bilden die Opel-Werke gar nicht aus. Aber auch an den anderen Standorten hapert es teilweise an Ausbildungsqualität und Perspektiven.

In den englischen Vauxhall-Werken in Luton und Ellesmere Port gibt es zwar mittlerweile eine vierjährige praktische und theoretische Ausbildung mit einer guten Vergütung. Die Ausbildung findet allerdings nur in der Berufsschule statt - nicht im Betrieb, wo die Azubis an drei bis vier Tagen im Grunde als Hilfskräfte arbeiten. "In der Fabrik bist Du abhängig davon, dass Dir nette Kollegen zeigen, wie es geht", erklärt eine Elektronik-Auszubildende aus Luton. "Unsere Ausbildung ist vergleichsweise unorganisiert und unstrukturiert. Wir brauchen bessere Qualitätsstandards in der Ausbildung. Das ist ja auch gut für das Unternehmen."

In Spanien ist die Berufsausbildung voll verschult. Nach zwei Jahren Berufsschule machen sich die Azubis auf die Suche auf ein obligatorisches drei- bis viermonatiges Praktikum in einem Betrieb. "Du weißt nicht, ob du einen Platz bekommst. Alles ist abhängig von deiner Note. Du bekommst keine Bezahlung und auch keine Perspektive auf Übernahme, sondern erst einmal das nächste Praktikum über zehn Monate", kritisiert ein junger Opel-Beschäftigter aus Zaragoza.

Die meisten jungen Beschäftigten in Spanien arbeiten prekär - befristet oder in Leiharbeit. Wenn überhaupt: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 50 Prozent.

In Österreich sind zwar die Ausbildungsstandards mit denen in Deutschland vergleichbar. Allerdings hapert es hier bei den Perspektiven, erklärt ein Azubi aus dem österreichischen Opel-Werk in Aspern. "Wir haben keinen Anspruch auf Übernahme. Nur eine Minderheit erhält nach der Ausbildung einen festen Arbeitsplatz."

Weitere Treffen des Jugendnetzwerks bei Opel/Vauxhall

Das Management zeigte sich in dem ersten Gespräch offen. Es soll weitere regelmäßige Treffen der jungen Opelaner geben, bei denen sie konkrete Forderungen erarbeiten wollen. Der europäische Betriebsrat unterstützt die Jugendlichen. "Die jungen Kolleginnen und Kollegen bringen frischen Wind in das Unternehmen und die Gewerkschaftsarbeit an den europäischen Standorten", erklärt Schäfer-Klug. "Eine gute Ausbildung und Zukunft für die Jugend an allen europäischen Standorten sind wesentliche Eckpfeiler für die Zukunft von Opel/Vauxhall."

In den Tagen vor der Demonstration haben sich die jungen Gewerkschafter in Rüsselsheim über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in den einzelnen Ländern ausgetauscht und Lösungen diskutiert.

In Kooperation mit den spanischen, englischen und österreichischen Partnergewerkschaften sowie dem Euro-Betriebsrat hat die IG Metall die Opel/Vauxhall-Jugendwoche organisiert und sich um die Finanzierung gekümmert. Das Treffen in Rüsselsheim war keineswegs eine einmalige Geschichte: Die jungen Gewerkschafter haben ein neues europäisches Jugendnetzwerk bei Opel/Vauxhall ins Leben gerufen, dass sich mindestens einmal im Jahr treffen soll.
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