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KFZ-Werkstatt in Sachsen verurteilt

Azubis dürfen nicht um Vergütung geprellt werden

17.02.2011 Ι Azubis dürfen nicht mit Almosen abgespeist werden. Auch dann nicht, wenn für den Betrieb kein Tarifvertrag gilt. Das musste der Chef einer Kfz-Werkstatt in Sachsen feststellen. Nun muss er seinem Auszubildenden die volle Vergütung nachzahlen.

Ausbildungsvergütungen dürfen maximal 20 Prozent unter dem Tarif liegen. Das war gerade so die Höhe der Ausbildungsvergütung, die eine sächsische Kfz-Werkstatt dem Auszubildenden zugestand und die die zuständige Handwerkskammer genehmigt hatte. Gleichzeitig hatte der Arbeitgeber mit dem Auszubildenden einen zweiten Ausbildungsvertrag abgeschlossen - mit einer deutlich geringeren Ausbildungsvergütung. Und nur diese wurde ausgezahlt. Das lies sich der Auszubildende zweieinhalb Jahre gefallen. Dann klagte er. Und er bekam Recht.

Bei dem zweiten Vertrag handelt es sich um einen Scheinvertrag. So urteilte das sächsische Landesarbeitsgericht. Das Gericht entschied, dass der Handwerker die Differenz nun nachzahlen muss. Besonders pikant an dieser Geschichte ist, dass der Chef dieser Kfz-Werkstatt auch noch gleichzeitig Lehrlingswart der Handwerksinnung ist. Und in dieser Funktion gehört es unter anderem auch zu seinen Aufgaben, die Auszubildenden bei Problemen in der Schule und im Ausbildungsbetrieb zu beraten und bei Streitigkeiten zu vermitteln. So jedenfalls legt es der Zentralverband des deutschen Handwerks fest.

"Hier hat man den Bock zum Gärtner gemacht", sagt Helmut Hennecke, der beim IG Metall Vorstand das Handwerk betreut. Hennecke forderte nun personelle Konsequenzen bei der Innung.

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