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Junge Generation: Rat in der Krise

Jung und arbeitslos?

29.01.2010 Ι Junge Menschen sind von der Krise besonders betroffen. Viele finden keine Ausbildung, keine Arbeit oder werden nach der Ausbildung nicht übernommen. Nun heißt es: Weitersuchen, qualifizieren und Geld vom Amt beantragen.
Nicht mal 25 Jahre alt? Ohne Job? Jetzt nur nicht hängen lassen. Bewerbt euch. Bildet  euch weiter, um eure Chancen zu verbessern. Sucht Hilfe bei Ämtern. Sie bieten Wege und Geld zum Weiterkommen. Eure IG Metall vor Ort unterstützt Euch mit Rat und Rechtsbeistand, für 1,53 Euro im Monat.

Weiterbilden
Schule, Uni, Fortbildung, Praktikum - vieles hilft weiter. Wer noch keine Ausbildung hat, kann das Abitur nachmachen. Das geht kostenlos, nicht nur an Gymnasien: An der Berufsschule könnt ihr innerhalb von zwei Jahren das Fachabitur erwerben. Die Alternative: ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) oder ein Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) an der Berufsschule, um eure Chancen auf eine Ausbildung zu erhöhen. Im BVJ könnt ihr Eure Schulkenntnisse aufbessern und sogar den Hauptschulabschluss nachholen. Im BGJ erwerbt ihr bereits spezielle Kenntnisse für Eure spätere Berufsausbildung.

Nicht übernommen?
Wer nach der erfolgreichen Ausbildung nicht weiter beschäftigt wird, hat neben dem Abitur diverse Fortbildungsoptionen: etwa eine Ausbildereignungsprüfung bei den Kammern (IHK oder HWK), in wenigen Wochen für ein paar hundert Euro. Wer selbst ausbilden darf, hat bessere Jobaussichten. IT und Elektrofachleute können sich zum "Spezialisten" weiterbilden. Wer mindestens ein Jahr nach der Ausbildung beschäftigt war, kann Techniker, Fachwirt oder Meister werden. Die zweijährige Technikerfortbildung, auch in Teilzeit, ist an staatlichen Schulen kostenlos (Fachwirt: ab einem Jahr, ab 2000 Euro, Meister: zweieinhalb Jahre, ab 4000 Euro). Danach steht auch der Weg zum Studium offen.

Geld beantragen
Wer sich bildet, hat eventuell Anspruch auf Beihilfe nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder Berufsausbildungsbeihilfe. Bei der Arbeitsagentur gibt es Bildungsgutscheine für Fortbildungen. Wenn ihr bald arbeitslos werdet: Meldet euch sofort bei der Arbeitsagentur. Arbeitslosengeld I, knapp zwei Drittel des bisherigen Nettos, bekommt ihr, wenn Ihr regelmäßig beschäftigtwart - nach einer mindestens zweijährigen betrieblichenAusbildung für ein Jahr. Arbeitslosengeld II gibt es bei totaler Erwerbslosigkeit, aber auch ergänzend, wenn das Einkommen, etwa Arbeitslosengeld I, nicht zum Leben reicht. Aber nur, wenn ihr nicht bei den Eltern wohnt. Dann kommen jedoch Pflichten auf euch zu, etwa jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Die Alternative: Wohngeld ist ab 500 Euro Einkommen sinnvoll. Fragt die Ämter und lasst euch beraten. Aber schnell: Geld gibt es erst ab Antragstellung.
Links und Zusatzinformationen
Tipps
  • Verliert keine Zeit. Gerade bei Ämtern zählt jeder Tag.
  • Geht zu Eurer IG Metall- Verwaltungsstelle vor Ort. Sie bietet Beratung, hat Verbindungen zu Betrieben, Behörden und Kammern und gewährt bei Ärger Rechtsschutz. Und das für 1,53 Euro im Monat für Arbeitslose.
  • Die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS) bietet viele Informationen und Tipps für Arbeitslose.
  • Job- und Weiterbildungsangebote findet Ihr bei der Bundesagentur für Arbeit.