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Junge Generation

Jugend und Politik?

02.05.2011 Ι "Die Jugend ist heute unpolitisch", heißt es immer. Doch in letzter Zeit gehen junge Menschen wieder auf die Straße: gegen Atomkraft, für bessere Bildung und eine sichere Zukunft - auch im Rahmen der IG Metall-Kampagne "Operation Übernahme". Ein neuer Trend?
Gegen Stuttgart 21, Anti-Atomkraft-Demos, Bildungsstreik: Junge Menschen gehen wieder für ihre Interessen auf die Straße. Das erstaunt viele. "Die heutige Jugend ist unpolitisch", hieß es doch immer. Auch in der IG Metall drängt die junge Generation wieder nach vorne, gegen immer unsicherere Zukunftsperspektiven, Leiharbeit und befristete Jobs. Bei der Jugendkampagne "Operation Übernahme" für feste Arbeitsplätze nach der Ausbildung machten Tausende mit, bei mehr als 260 Aktionen in den Betrieben und Straßen.

Das Interesse an Politik ist wieder gestiegen, sagt auch die Shell- Jugendstudie 2010. Heute sind viel mehr bereit, sich zu engagieren, als noch vor fünf Jahren. Aber: Die Wahlbeteiligung junger Menschen ist immer noch niedrig. Demonstrieren ja - Parteipolitik nein? Logisch, findet der Zweite Vorsitzende der IG Metall Detlef Wetzel: "Die Politik hat die junge Generation und ihre Interessen jahrelang ignoriert. Wer jungen Menschen keine Beteiligungsmöglichkeit bietet, darf sich nicht wundern, wenn sie sich abwenden." Auch die IG Metall hat da Nachholbedarf, betont Wetzel. "Das packen wir jetzt an: Wir fragen die junge Generation gezielt nach ihren Interessen - und machen sie zum Top-Thema."

Junge wollen gefragt sein
"Früher, als ich noch Azubi war, wurden wir nicht gefragt. Und viele haben gesagt: Warum soll ich mich beteiligen? Die machen doch eh' ihr Ding", erzählt Adem Bulut, 26, Betriebsrat bei Opel in Bochum. "Heute gehen wir in die Gruppen rein, diskutieren und planen mit ihnen Aktionen. Und immer mehr machen mit - auch an freien Tagen." Die Azubis und jungen Beschäftigten von Opel Bochum haben seit Beginn der "Operation Übernahme" Anfang 2009 eine Reihe von Aktionen durchgezogen - und erreicht, dass ein Teil von ihnen unbefristet übernommen wird. Ganz wichtig: Sie haben selbst entschieden, für welche Themen sie aktiv werden wollen und in welcher Form.

Zudem fragt die IG Metall über Fragebögen nach, etwa zur Ausbildungsqualität, zur Tarifrunde - oder aktuell mit dem "Betriebs-Check": Wo drückt der Schuh? Was sollen wir gemeinsam angehen? "Für Parteipolitik interessiert sich kaum jemand: Da kann man ja doch nichts machen, sagen die meisten", bestätigt Adem. "Doch wenn es um Themen geht, mit denen die Leute im Alltag, im Betrieb zu tun haben, die eigene Zukunft, die Übernahme nach der Ausbildung, dann werden sie aktiv. Und wenn man die Leute fragt, sind die auch viel eher bereit mitzumachen. Weil sie dann ein Teil davon sind."

In die Offensive gehen
Die IG Metall-Jugend will diesen Weg weitergehen. Das hat sie auf ihrer Jugendkonferenz Ende März beschlossen: beteiligungs- und konfliktorientiert für die Interessen der jungen Generation, die auch im Mittelpunkt der neuen IG Metall- Kampagne "Arbeit - sicher und fair" stehen. Die "Operation Übernahme«"geht weiter. "Junge Menschen sind nicht unpolitisch", sagt Bundesjugendsekretär Eric Leiderer. "Sie haben nur genug von der Stellvertretung durch die etablierte Partei-und Basta-Politik. Sie wollen endlich beteiligt werden und mitentscheiden. Ein urdemokratisches Anliegen. Und dafür wollen wir permanent Druck machen."
Links und Zusatzinformationen
Operation Übernahme

Die IG Metall will die unbefristete Übernahme der Azubis. Aktuelle News und Hintergründe zur Metall-Tarifrunde, Fotos und Videos zur "Operation Übernahme" im Kampagnen-Portal.

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