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Jugend-Aktionstag am 1. Oktober

15000 "laut und stark" - für Zukunft und Perspektiven

07.09.2011 Ι Am 1. Oktober steigt der Jugend-Aktionstag "Laut und Stark" in Köln. 15000 junge IG Metaller gehen für ihre Zukunft auf die Straße. Und am Abend in die Kölner LANXESS arena zum Konzert mit Culcha Candela, Revolverheld und anderen Bands. igmetall.de sprach darüber mit IG Metall-Bundesjugendsekretär Eric Leiderer.

Am 1. Oktober steigt in Köln der Jugendaktionstag "Laut und Stark". Wird das eine große Party zum Erfolg der "Operation Übernahme" für feste Jobs nach der Ausbildung werden?

Die Operation Übernahme hat uns tatsächlich manchen Grund zum Feiern beschert. Am 1. Oktober, wenn 15.000 aktive junge IG Metaller zusammenkommen, wird es aber um die Frage gehen, wie wir unseren Einsatz für eine selbstbestimmte Zukunft effektiv fortsetzen können. Wir wollen uns nicht auf Lorbeeren ausruhen. Wichtig ist jetzt, das Erreichte mit weiteren Aktionen zu untermauern und zwar"Laut und Stark". Es wird am Abend aber auch Zeit und Raum geben, gemeinsam zu feiern.

 

Überall in Deutschland haben junge Leute es in den letzten Monaten mit kreativen Aktionen die Operation Übernahme in den Betrieben und in den Städten gepusht. Können wir uns auch in Köln auf Aktionen freuen?

Natürlich, der 1. Oktober ist schließlich unser Aktionstag! Allerdings möchte ich hier nicht zuviel verraten. Ein großes Thema kann ich aber schon ankündigen: Unsere Charta "Junge Generation", in der wir erklären, was wir als IG Metall für junge Menschen fordern: sichere  Zukunft, statt Unsicherheit. Gute Bildung und Chancen für alle. Und keine prekären Jobs. Sondern: Arbeit - sicher und fair.

 

Das klingt nach einem Signal an die Politik.

Alle, nicht nur Politiker, sollen wissen, wofür wir bei der jungen IG Metall gemeinsam kämpfen. Es geht um eine Perspektive für die Junge Generation: Die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Um die Beteiligung an Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen.

 

Beteiligung ist auch das Thema des Buches "Protest - Bewegung - Umbruch. Von der Stellvertreter- zu Beteiligungsdemokratie." in dem du als Autor und Mitherausgeber auftrittst. Hat der rote Balken auf dem Buchcover für euch eine Bedeutung?

Das Buch thematisiert aktuelle, europaweite Protestbewegungen, die alle von Jugendlichen initiiert oder geführt wurden. Antriebsfeder ist dabei immer der Wunsch, sich stärker an Entscheidungsprozessen beteiligen zu können. Genau dafür kämpfen wir mit der IG Metall in den Betrieben, das beschreibe ich auch in meinem Beitrag. Mit dem roten Balken ziehen die Autoren einen sinnbildlichen Schlussstrich gegen eine arrogante Stellvertreterpolitik.

 

Was verbindet die IG Metall mit den aktuellen sozialen Bewegungen? Wo sind da Schnittmengen?

Viele Bewegungen haben über Soziale Netzwerke erst richtig Fahrt aufgenommen. Der Zusammenhang kommt nicht von ungefähr, denn im Social Web ist das Beteiligungspotential sehr hoch. Hier kommunizieren die User direkt miteinander: keine Stellvertretung sondern aktive Beteiligung. Das nutzen wir mittlerweile ebenso erfolgreich bei der IG Metall. Damit machen wir die IG Metall attraktiv, schließlich dreht sich bei uns alles um Mitglieder.

 

Ihr habt das als IG Metall Jugend alles ja nicht neu erfunden, sondern Euch auch einiges abgeschaut. Zum Beispiel bei Saul Alinsky, der Mitte der vor fünfzig, sechzig Jahren soziale Bewegungen in den USA organisierte.

Ja. Wir haben das für uns neu interpretiert. Alinsky beschreibt, wie eine Mobilisierung nachhaltig funktioniert: indem sie die Bedürfnisse und Eigeninteressen der Menschen anspricht - so dass die Menschen sich zusammenschließen und selbstbewusst ihre gemeinsamen Ziele in gemeinsamen Aktionen durchsetzen. Die Jugendlichen von heute wachsen mit MMS, Smartphone und Facebook auf. Die fühlen sich im Internet so wohl wie ein Fisch im Wasser. Also entwickeln wir Aktionen, die zu der Lebenswelt der Jungen passen. Wir geben ihnen das Werkzeug und bieten ihnen Möglichkeiten und Beratung an. Mit der Operation Übernahme haben wir auf diese Weise in den Betrieben eine Lawine losgetreten.

 

15.000 Menschen am 1. Oktober in Köln. Der Castor-Transport brachte ebenfalls tausende auf die Straßen, in Stuttgart protestieren tausende gegen die Basta-Politik. Befinden wir uns schon mitten im Umbruch?

Die Frage ist natürlich, wie man das große Wort "Umbruch" definiert. Wir haben zum Beispiel in den Betrieben schon zahlreiche Umbrüche zu mehr Beteiligung erreicht. Ich spreche hier bewußt von Umbrüchen, weil der große Erfolg sich aus vielen kleineren - aber ebenso hart erkämpften - zusammensetzt. Als nächstes steht die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie an. Hier nehmen wir die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung in Angriff. Diese zu erreichen, wäre aus unserer Sicht ein großer, tarifpolitischer Umbruch.

Links und Zusatzinformationen
Aktionstag in Köln
Die Bilder des Tages