IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     

Internationales: Ausbildung von Jugendlichen

Jungen Menschen eine Chance geben

15.08.2013 Ι Viele beklagen die Krise. Die IG Metall handelt. Zum Beispiel mit einem Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa. Die IG Metall Hamm-Lippstadt kümmert sich darum, ein Dutzend Jugendlicher aus Spanien zur Ausbildung in deutsche Metallbetriebe zu holen.

Spanien befindet sich in einer tiefen Krise mit weitreichenden Auswirkungen für die spanische Bevölkerung und besonders die junge Generation. Jeder zweite junge Mensch unter 25 Jahren in Spanien ist derzeit arbeitslos. Die IG Metall Hamm-Lippstadt verfolgt nun ein Projekt zur Ausbildung spanischer Jugendlicher, um sie aus der Arbeitslosigkeit zu holen und ihnen berufliche Perspektiven zu geben.   


Schon weit gediehen

Mit der Region Andalusien pflegt die IG Metall langjährige Beziehungen, die jetzt besonders wertvoll sind. "Wir wollen spanischen Jugendlichen durch eine Ausbildung in der Metall- und Elektroindustrie die Möglichkeit geben, die Krisensituation in ihrem Land während der Ausbildung in den deutschen Betrieben zu überbrücken", erklärt Alfons Eilers, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hamm-Lippstadt. Geplant ist, etwa 12 bis 20 Jugendliche für die Dauer einer dreijährigen Ausbildung nach Deutschland zu holen. 

Das Projekt ist schon weit gediehen. Die duale Ausbildung in Deutschland genießt durch ihre hohe Qualität auch in Spanien einen guten Ruf. Ziel ist es, den spanischen Jugendlichen mit dem deutschen Berufsabschluss berufliche Perspektiven in ihrer Heimat zu eröffnen. "Wer mit einem Facharbeiterbrief nach Spanien zurückkehrt, dürfte gute Jobchancen auf leitende Positionen im Betrieb haben", meint Eilers. 

Ausbildungsstart 2014

Die IG Metall nutzt für das Projekt die guten Kontakte zur spanischen Schwestergewerkschaft MCA-UGT. Diese trifft eine Vorauswahl der Bewerber und vermittelt den interessierten Jugendlichen deutsche Sprachkenntnisse. Im nächsten Frühjahr sollen die jungen Spanier zu einem ersten Besuch nach Deutschland kommen. Dabei können sie ihre potenziellen Ausbildungsbetriebe kennen lernen und sich ein Bild über die Unterbringung während der drei Jahre  verschaffen. Beginn der Ausbildung ist für Herbst 2014 geplant.

"Wir wollen mit dem Projekt etwas gegen die derzeit düstere Lage junger Spanier tun", sagt Britta Peter von der IG Metall Hamm-Lippstadt, die das Projekt vor Ort betreut. "Während ihres Aufenthaltes kümmern wir uns weiter um sie, denn die jungen Leute sollen sich hier wohlfühlen. Und durch das Zusammenarbeiten von Spaniern und Deutschen im Betrieb wollen wir auch das Bewusstsein für ein gemeinsames Europa stärken."

IG Metall-Projekt mit Ägypten

Ein nicht minder spannendes Projekt hat die IG Metall Esslingen durchgeführt. Auch hier geht es um duale Ausbildung und wie internationale Kontakte davon profitieren können. Adressat sind hier Ausbilder aus Ägypten, die auf Vermittlung der IG Metall vier Wochen hierzulande Einblick hatten, wie Ausbildung funktioniert. Drei Ägypter, die in ihrem Heimatland junge Menschen ausbilden, konnten in diesem Sommer bei deutschen Firmen und der Max-Eyth-Berufsschule in Kirchheim hospitieren. Bei Metabo, Index, Hirschmann und Bosch Thermotechnik lernten sie die betriebliche Ausbildungspraxis kennen.

"Am prägendsten für uns war der hohe Stellenwert der Arbeitssicherheit und die Sensibilität beim Umgang mit Ressourcen", so Ahmed Abouelhamd Hassan, einer der Projektteilnehmer. Die hier gewonnenen Eindrücke und Fähigkeiten sollen nun vor Ort Stück für Stück umgesetzt werden. Durch den Kontakt zwischen Deutschland und Ägypten werden die Azubis der Ausbilder vor Ort profitieren. Im Rahmen des Projekts wurden für eine Ausbildungswerkstatt in Luxor außerdem 30 000 Euro gesammelt. Auch Patenschaften konnten durch das Esslinger Projekt angestoßen werden, so dass der Kontakt auch in Zukunft nicht abreisst.  

Links und Zusatzinformationen