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IG Metall solidarisch mit Blockupy

IG Metall Jugend fordert Konsequenzen aus Polizeikessel

06.06.2013 Ι Auf der Blockupy-Demonstration letztes Wochenende waren viele Metaller von der Polizei eingekesselt, literweise mit Pfefferspray besprüht und gewaltsam abgeführt worden. Die IG Metall Jugend kritisiert die unverhältnismäßige Polizeigewalt und ruft zur Solidaritätsdemo am kommenden Samstag in Frankfurt auf.
Die IG Metall Jugend ruft zur Solidaritätsdemo für Blockupy am Samstag, 8. Juni um 11.30 Uhr in Frankfurt am Main auf. Zugleich verurteilt sie den aus ihrer Sicht völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz auf der Blockupy-Demonstration in der Stadt am letzten Wochenende.

"Die Verantwortlichen, die so verantwortungslos handeln, müssen klare Konsequenzen ziehen", fordert Eric Leiderer, Bundesjugendsekretär der IG Metall. Auch der Beirat der IG Metall hat den Blockupy-Polizeieinsatz in einer Resolution scharf kritisiert.

Regenschirme als "passive Bewaffnung". So begann die Einkesselung der Blockupy-Demospitze. Foto: Privat

Unter anderem hatten rund 5000 schwer gepanzerte Beamte die Spitze des Demozuges über neun Stunden eingekesselt. Dabei war die Demonstration ordnungsgemäß genehmigt worden. Die Begründung der Polizei: Viele Demonstranten hätten sich mit Sonnenbrillen vermummt und "passive Bewaffnung" in Form von Regenschirmen mit sich geführt. Die Polizisten gingen massiv mit Pfefferspray gegen friedliche Demonstranten vor, darunter auch Kinder und ältere Menschen. Viele wurden gewaltsam abgeführt und Dutzende dabei verletzt.

Schläge und Pfefferspray gegen Jung und Alt

Viele IG Metall-Mitglieder waren ebenfalls bei der Demonstration dabei. Auch sie wurden zur Zielscheibe der Pfefferspray-Attacken. Eric Hall, Vorsitzender des Ortsjugendausschusses der IG Metall Frankfurt, hat die Einkesselung unmittelbar miterlebt: "Das ging von einer auf die andere Sekunde. Eine Hundertschaft kam um die Ecke geschossen, hat uns vom Rest des Demozugs abgeschnitten und eingekreist. Und dann sind sie immer näher gerückt. Die waren völlig adrenalingeladen. Obwohl es weit und breit keinen 'schwarzen Block' gab. Die sogenannten 'Vermummten' waren ein paar Leute mit Sonnenbrillen und Regenschirmen. Das war völlig absurd. Ich habe keine Kommunikatoren gesehen, die irgendwie Verhandlungen aufgenommen haben, wie ich das sonst von Demos kenne. Und dann haben sie zugelangt und flaschenweise Pfefferspray reingesprüht. Mitten rein in Reihen mit vielen älteren Leuten in IG Metall-Jacken. Das war keine spontane Reaktion. Da standen Betonklötze mit Natodraht auf der Straße. Ich war schon bei vielen Demos dabei - aber so etwas habe ich noch nie erlebt."

Ein anderer junger IG Metall-Aktiver wurde sogar von den Polizisten verletzt und ist zutiefst entsetzt: "Das war doch eine gerichtlich genehmigte Demo. Wir haben sogar angeboten, dass wir unsere Regenschirme und Transparente da lassen, damit wir weiter gehen können. Aber das haben sie abgelehnt. Sie schlugen uns ins Gesicht. Ich wurde mit dem Kopf auf den Bordstein geworfen - auch meine minderjährige Schwester neben mir. Ich habe Schürfwunden im Gesicht, meine Schwester einen blauen Arm. Mit Grundrechten hatte das nichts mehr zu tun. Das war reine Repression."
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