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Bundestagswahl 2013

Die Wahlprogramme im Jugend-Check

29.08.2013 Ι Der Jugend gehört die Zukunft - sagt zumindest der Volksmund. Sie zu gestalten gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon steht am 22. September an: Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag. Aber was haben die Parteien zum Zukunftsthema Bildung zu sagen? Die IG Metall Jugend hat die Wahlprogramme zu den Punkten Ausbildung, Schule und Studium verglichen.

Bildung ist die Antwort auf die kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit. Sie schafft Chancen für die persönliche Entwicklung und entscheidet über berufliche Perspektiven und das Einkommen. Kurz: Sie ist Grundstein für ein gutes Leben.

Doch das deutsche Bildungssystem in eine Schieflage geraten. Deswegen hat die IG Metall Jugend die Kampagne "Revolution Bildung" ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Gute Bildung für alle. Aufgabe der politisch Verantwortlichen ist es, die Rahmenbedingungen für gute Bildung und die Zukunft der jungen Generation zu schaffen. Es liegt bei den Wahlberechtigten, mit ihrem Kreuzchen am 22. September die Weichen dafür zu stellen.

Schulpolitik

Krise an Deutschlands Schulen: Auf der einen Seite sind da überfüllte Klassen, marode Schulgebäude, Lehrkräfte in befristeten Arbeitsverhältnissen und ausfallende Unterrichtsstunden. Auf der anderen Seite wächst der Leistungsdruck auf die Schüler. Doch damit nicht genug: Nach Meinung vieler Kritiker trägt das dreigliedrige Schulsystem maßgeblich dazu bei, dass der Aufstieg durch Bildung in Deutschland viel schwerer ist, als in den meisten anderen europäischen Ländern. Die Folge: Arm bleibt arm, reich bleibt reich.

Wie wollen die Parteien Schule machen?

Zur Schulpolitik findet sich in den Wahlprogrammen der Parteien die ganze Bandbreite von Verleugnung der Probleme (Union und FDP) bis hin zum Radikalumbau des Schulsystems (Linke und Priraten). Hier geht's zum ausführlichen Vergleich der geplanten Schulpolitik auf revolutionbildung.de.  



Ausbildungssystem

Die Medien feiern das duale Ausbildungssystem in Deutschland mit seinen zwei Säulen Betrieb und Berufsschule derzeit als Erfolgsmodell - nicht ganz zu Unrecht, wie ein Blick ins Ausland zeigt. Aber auch hier liegt einiges im Argen: Schlecht ausgestattete Berufsschulen, mit viel zu wenigen Lehrkräften und der fatale Trend, die Ausbildungsdauer immer weiter zu verkürzen, sind eine Seite des Problems. Azubis klagen aber auch häufig über zu geringe Vergütungen und mangelnde Mitspracherechte in Betrieb und Berufsschule.

Und nicht zu vergessen: Während jedes Jahr tausende Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, bekommen mehrere zehntausend Jugendliche keine Ausbildung, weil sie in ihrer Region oder ihrem Wunschberuf nichts finden.

Die Pläne der Parteien zur beruflichen Ausbildung

Zu einer bestmöglichen Ausbildung bekennen sich alle Parteien in ihren Programmen - nur setzen sie sich unterschiedlich intensiv damit auseinander. Für die FDP scheint das kaum interessant zu sein, die Union streift das Thema zumindest, die Grünen setzen sich intensiv damit auseinander, SPD und Linke suchen auf dem Papier die Nähe zu den Gewerkschaften. Der ausführliche Vergleich zum Thema Ausbildung auf revolutionbildung.de

Hochschulpolitik

Ein Hochschulabschluss gilt als beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Aber der Weg dahin ist mitunter steinig: Berstend volle Hörsäle, Hürden bei der Zulassung am Wunschort und im Wunschfach machen den Studierenden das Leben schwer. Auch der Charakter des Studierens hat sich seit der Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge verändert. Es geht weniger um selbstbestimmtes, mündiges Lernen als vielmehr darum, möglichst schnell das zunehmend verschulte Studium hinter sich zu bringen. Noch größer ist der Stress für alle, die nebenher noch ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

Wie wollen die Parteien die Hochschullandschaft gestalten?

Für Union und FDP hängt Hochschulpolitik stark mit dem Fördern von Eliten zusammen. SPD und Grüne stellen sich klar gegen Studiengebühren und wollen mehr Geld in die Hochschulen stecken. Die Linke will die Bologna-Reformen "abschaffen", die Piraten wollen sie "revidieren". Der ausführliche Check zur Hochschulpolitik der Parteien auf revolutionbildung.de.

Weiterbildung und lebenslanges Lernen

Angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels und des rasanten technischen Wandels fällt der beruflichen und akademischen Weiterbildung eine Schlüsselrolle für die Zukunft der deutschen Wirtschaft zu. Dennoch investiert ein großer Teil der Unternehmen kaum in die Weiterbildung der Beschäftigten - einen Rechtsanspruch der Beschäftigten gibt es in Deutschland nicht. Weiterbildung sollte aber nicht allein den Kriterien der wirtschaftlichen Verwertbarkeit unterworfen sein, sondern Raum für persönliche Interessen und individuelle Entfaltung lassen.

Was schreiben die Parteien in ihren Wahlprogrammen zur Weiterbildung?

Die FDP ist eine Verfechterin des "Bildungssparens" und beschränkt sich auf "marktorientierte Aus- und Fortbildung". Die CDU ist auch für das "Bildungssparen", betrachtet die Sache aber etwas umfassender und will eine "Nationale Initiative Weiterbildung" anstoßen. Von einem "individuellen Rechtsanspruch auf Weiterbildung und Qualifizierung" geht die SPD in ihrem Wahlprogramm aus. Im Programm der Grünen findet sich ein 200 Millionen Euro schweres "Weiterbildungs-BAföG".

Piraten und Linke stellen auch hier Maximalforderungen: Für sie dient Weiterbildung zunächst der persönlichen Entwicklung und dann erst der Wirtschaft. Dabei betont die Linkspartei die gesellschaftliche Verantwortung der Arbeitgeber, während die Piraten auf freien Zugang zu Weiterbildung setzen. Den ausführlichen Vergleich der Wahlprogramme in den Punkten Weiterbildung und lebenslanges Lernen gibt es auf revolutionbildung.de.

Links und Zusatzinformationen
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Das WAP (Weiterbilden, Ausbilden, Prüfen) bietet Fachinformationen rund um Bildung und Berufsbildung. Das Portal ist im Mitgliederbereich von igmetall.de integriert.
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Das hib (Hochschulinformationsbüro) ist die gewerkschaftliche Anlaufstelle für Studierende.
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