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Bildungsstreik 2010

Streiken für ein besseres Studium

26.05.2010 Ι Die Studierenden streiken wieder: für bessere Studienbedingungen - und gegen Studiengebühren und ausufernde Arbeitsbelastung. Die Lage an den Unis und Fachhochschulen hat sich in den letzten Jahren durch Reformen deutlich verschärft. Dies bestätigt die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks.

Vorläufiger Höhepunkt des "Bildungsstreiks" ist der bundesweite Aktionstag am 9. Juni. Die Lage an den Unis und Fachhochschulen hat sich in den letzten Jahren durch Reformen deutlich verschärft. Dies bestätigt die 19. Sozialerhebung des Studentenwerks, zu der über 16 000 Studierende an 210 Hochschulen befragt wurden: immer weniger Zeit, bei gleichbleibendem Lernstoff und immer mehr Prüfungen. Zugleich sorgen Studiengebühren dafür, dass immer mehr Studierende trotz der höheren Arbeitsbelastung auf Nebenjobs angewiesen sind.

Der Anteil der Studierenden, die erwerbstätig sind, stieg im Vergleich zu 2006 um fünf Prozentpunkte auf 65 Prozent. Die Durchschnittliche wöchentliche Erwerbszeit beträgt demnach 13,5 Stunden. Knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gab an, pro Woche für Studium und Erwerbstätigkeit mehr als 50 Stunden aufzuwenden.

Ein weiteres Resultat: Studieren wird für Schulabgänger aus sozial schwachen Familien und Arbeiterfamilien immer schwerer. Der Anteil von Arbeiterkindern, die ein Studium aufnehmen, liegt laut Erhebung konstant bei 17 Prozent. Zum Vergleich: 61 Prozent aller Selbständigenkinder und 67 Prozent aller Beamtenkinder nehmen ein Studium auf. Bei Angestelltenkindern liegt die Quote bei 37 Prozent, wohingegen nur elf Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund ein Studium aufnehmen.

Die IG Metall unterstützt den "Bildungsstreik" und die zahlreichen lokalen Bündnisse, an dem sich neben Studierenden auch Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler beteiligen. Sie fordert sozial offene und berufspraxisnahe Hochschulen.

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