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Auftakt der Jugendkampagne "Revolution Bildung"

IG Metall Jugend ruft die "Revolution Bildung" aus

09.03.2013 Ι Die IG Metall Jugend hat ihre neue Kampagne "Revolution Bildung" in Frankfurt a.M. gestartet. Das Ziel ist eine radikale Bildungsreform: gute Bildung für alle - kostenfrei, mit freien Zugängen, genügend Zeit und guter Qualität. Nach der Auftaktveranstaltung in der Uni zogen 500 junge Aktive mit kreativen Aktionen durch die Innenstadt.

Mit 500 jungen Aktiven aus der ganzen Republik hat die IG Metall Jugend am Samstabend in Frankfurt für eine radikale Reform des Bildungssystems demonstriert. Mit "Revolution - Bildung"-Rufen und wummernden Bässen vom DJ auf dem Techno-LKW tanzten sie von der Europäischen Zentralbank durch die Innenstadt. In bunten Ganzkörper-"Morphsuites" klebten sie Sticker, verteilten Flyer an verdutzte Passanten und hängten Schilder mit ihren Forderungen auf. Sie wollen ein besseres Bildungssystem, mit freien Zugängen für alle, kostenfrei, mit genügend Zeit und guter Qualität. Zugleich forderten sie von Politik und Wirtschaft mehr Investitionen in die Bildung. Deutschland liegt hier international weit hinten.
 

Staat und Wirtschaft müssen mehr in Bildung investieren

"Wer dreistellige Milliardenbeträge für die Rettung der Banken aufbringt, kann auch mehr in die Bildung investieren", forderte der Zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel, zuvor auf der Auftaktveranstaltung in der Universität Frankfurt. Neben der Unterfinanzierung des Bildungssystems kritisierte Wetzel insbesondere, dass Bildungschancen in Deutschland mehr deutlich stärker als in anderen Ländern von der sozialen Herkunft abhängen. "83 Prozent der Kinder von Akademikern studieren, jedoch nur 23 Prozent der Kinder von Nicht-Akademikern".

IG Metall-Bundesjugendsekretär Eric Leiderer warf der Politik Versagen bei der Bildung vor. "Es wurde an Symptomen herumgeschraubt, ohne einen Plan für das gesamte System - und wo ein Plan vorhanden war, folgte er der Ideologie des Marktes." Die Folge seien ein verkürzte und verflachte Studiengänge, viel zu wenig berufliche Weiterbildung und immer mehr "Bildungsverlierer", die keinen qualifizierten Bildungsabschluss haben.

Bildung dürfe keine möglichst schnelle Zurichtung auf den Job nach Geschmack der Märkte sein, forderte Leiderer. Bildung sei vielmehr die Grundlage "einer demokratischen Gesellschaft, in der alle Menschen die individuelle Fähigkeit zur Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität erlernen."

 

Kampagne soll Druck auf Politik ausüben

Auf der Auftaktveranstaltung diskutierten die jungen Aktiven mit Wissenschaftlern, über neue Studien und über ihre eigenen Ideen zur Reform des Bildungssystems.
Zu ihrem Kampagnen-Auftakt hatte die IG Metall Jugend auch Vertreter der Parteien zu einer Diskussionsrunde im Hörsaal eingeladen. Josip Juratovic (SPD), Bernd Riexinger (Linke), Marcus Bocklet (Grüne), Uwe Schummer (CDU) und Meinhart Ramaswamy (Piraten) hatten Gelegenheit, ihre Konzepte zur Bildungspolitik darzustellen.

In den kommenden  Monaten bis zur Bundestagswahl will die IG Metall Jugend weiter Konzepte diskutieren und gemeinsam mit Bündnispartnern Druck auf die Politik machen. Ihr Ziel ist eine radikale Reform des Bildungssystems.

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