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Junge Generation: Arbeitsmarkt bietet wenig Chancen

Junge Generation: Arbeitsmarkt bietet wenig Chancen

Sich gegen Niedriglohnpolitik wehren

16.08.2010 Ι Junge Menschen werden oft als Verlierer in und nach der Krise der bezeichnet. Aber was heißt das eigentlich? Und hat es nur mit der Krise zu tun oder auch mit der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland? Regina Görner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall nimmt dazu Stellung.

Am 12. August 2010 war Internationaler Tag der Jugend und die Medien berichteten vor allem von der aussichtslosen Situation vieler junger Menschen. Wie sieht das in den Betrieben der IG Metall-Branchen aus?
Vor allem in der Metall- und Elektroindustrie oder im Stahlbereich haben wir zum Beispiel mit der tarifvertraglich gesicherten einjährigen Übernahmegarantie die Chancen für Berufsanfänger deutlich verbessern können. Aber das Anwachsen der Leiharbeitszahlen nach der Krise zeigt: Die Zuwächse entstehen vor allem in der prekären Beschäftigung, und davon sind überdurchschnittlich junge Menschen betroffen. In Branchen, in denen wir weniger gut organisiert  sind, sind tendenziell auch die Chancen für junge Menschen schlechter.

Die Internationale Arbeitsorganisation prognostiziert für 2010 eine weltweite Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen von 13,1 Prozent. Deutschland liegt aktuell bei rund 11 Prozent. Was kann man dagegen unternehmen?
Es geht vor allem darum, mehr Dauerbeschäftigung zu sichern, denn prekäre Arbeitsformen sind meist nicht nur mies bezahlt, sondern führen sehr rasch in Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenziffern zeigen ja nur die Spitze des Eisbergs, denn die Zahl junger Leute, die einfach keine Dauerbeschäftigung finden, ist um ein Vielfaches höher. Dass Deutschland ein bißchen besser dasteht als der Rest der Welt, liegt vor allem an einem weltweit ziemlich vorbildlichen Berufsbildungssystem, das das Problem der "zweiten Schwelle" nach der Ausbildung erheblich verringert. Leider wird auch das im Zuge der Niedriglohnpolitik infrage gestellt - Stichworte: Schmalspurberufe und Mangel an betrieblichen  Ausbildungsplätzen.


Was wollen junge Menschen für ihre Zukunft? Die IG Metall fragt nach.

Was rätst du jungen Menschen, die keinen Job finden können? Wie können sie ihre Situation verbessern und wer kann ihnen dabei helfen?
Sich vor allem nicht entmutigen zu lassen und alle Chancen zur Qualifizierung zu nutzen. Die Situation arbeitsloser Jugendlicher dürfte sich in den nächste Jahren aufgrund der demographischen Entwicklung entspannen. Aber damit ist noch keine  sichere Beschäftigung und keine wirkliche Lebensperspektive gegeben. Dafür muß man der Niedriglohnpolitik und der Prekarisierung der Arbeitswelt etwas entgegensetzen. Das können die jungen Leute nicht im Alleingang schaffen, aber mit einer starken Gewerkschaft wachsen die Chancen für die junge Generation. Deshalb rate ich allen betroffenen jungen Leuten in unseren Branchen: Mitglied der IG Metall werden, sich bei der IG Metall-Jugend zu engagieren und bei der "Operation Übernahme" mitzumachen. Die hat in den letzten Monaten gezeigt: Es lohnt sich, für die eigenen Interessen einzutreten!

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Regina Görner

ist geschäftsführendes Vorstands- mitglied der IG Metall. Sie ist Expertin für Qualifizierungs- und Bildungspolitik sowie für die Jugendarbeit.

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