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Jugendstudie der IG Metall: Schlechtes Zeugnis für Regierung

Jugendstudie der IG Metall: Schlechtes Zeugnis für Regierung

Politik an den Interessen der Jungen vorbei

17.09.2013 Ι Kurz vor der Bundestagswahl wissen viele junge Menschen immer noch nicht, welche Partei sie wählen sollen. So das Ergebnis einer Infratest-Studie im Auftrag der IG Metall. Kein Wunder, denn die Politik regiert an den Interessen junger Menschen vorbei. Die IG Metall empfiehlt den Jungen: Aktiv einbringen, wählen gehen und verändern.
Der Countdown zur Bundestagswahl läuft. Doch noch immer sind sich viele junge Menschen unsicher und können keine Partei nennen, die ihren politischen Vorstellungen am nächsten kommt. Ist das ein Zeichen für fehlendes Interesse? Oder zeigt es eher, wie enttäuscht viele Junge über die leeren Versprechungen der Politiker sind? Tatsächlich erreichen die Parteien im Wahlkampf mit ihren Themen die Junge Generation kaum. Das ist eines der Ergebnisse der TNS-Infratest-Studie im Auftrag der IG Metall. Dabei wurden rund 1000 Beschäftigte im Alter von 14 bis 34 Jahren befragt.

Unzufrieden mit eigener Jobsituation

Vor allem die Beschäftigungssituation und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist für viele Junge unbefriedigend. Konkret sind daher auch nur noch sechs von zehn Studienteilnehmern mit ihrer beruflichen Entwicklung zufrieden. Seit dem Vorjahr ist dieser Wert um nahezu 10 Prozent gesunken und so niedrig wie noch nie seit Beginn der Befragung 2009. Inzwischen ist den meisten Jungen klar: Die lange Phase der beruflichen Unsicherheit beim Einstieg ins Berufsleben - prekär, viele Brüche, schlecht bezahlt - ist von der Ausnahme zur Regel geworden. Das macht junge Menschen zu Recht unzufrieden - vor allem mit den politisch Verantwortlichen.

Prekäre Beschäftigung schadet der Demokratie

Prekäre Beschäftigung schadet nicht nur den Betroffenen. Sie beschädigt auch die Demokratie: Wenn die Parteien hilflos oder gar untätig den unsozialen und unfairen Auswüchsen des Arbeitsmarktes gegenüberstehen, überrascht es nicht, dass gerade die junge Menschen in unsicheren Jobs der Regierung ein schlechtes Zeugnis ausstellen und sich am Ende von der Politik insgesamt im Stich gelassen fühlen. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, sagt: "Mit Befristungen, Leiharbeit und Werkverträgen für die junge Beschäftigte steuern Unternehmen und Politik in die falsche Richtung. Es ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit, die Verhältnisse wieder gerade zu rücken."

Junge Menschen wünschen sich auch mehr Transparenz bei der Politikgestaltung. Dafür sprachen sich 86 Prozent der Befragten aus. 76 Prozent fordern zudem eine klarere Sprache. Doch obwohl diese Aussagen eine große Unzufriedenheit zeigen, wollen acht von zehn jungen Menschen wählen gehen. Knapp zwei Drittel der unter 35-Jährigen sehen jedoch außer der Wahlbeteiligung zu wenige Möglichkeiten, um Einfluss zu nehmen. 



Politiker machen kaum klare Aussagen

"Gute Arbeit" fordern fast alle großen Parteien. Doch ein Blick in die Wahlprogramme offenbart, was dahinter steckt. Die Eindämmung prekärer Beschäftigung, Equal Pay und einen flächendeckenden Mindestlohn fordern SPD, Grüne und Linke. Die CDU wirbt auf ihren Wahlplakaten zwar mit "Guter Arbeit", doch die Details dazu kommen im Programm nicht vor. Klare Ansagen macht dafür die FDP. Sie hält gesetzliche Regelungen für nicht erforderlich. Sie bekennt sich zu Minijobs und Leiharbeit und lehnt einen flächendeckenden Mindestlohn ab.

Statt billiger Jobs brauchen wir eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Wer gut, produktiv und innovativ arbeiten soll und will, braucht Sicherheit und Perspektiven. Doch seit Jahren müssen sich etwa eine Drittel der Beschäftigten unter 35 mit prekärer Arbeit begnügen. Selbst der vielbeschworene Fachkräftemangel wirkt sich nicht positiv aus.

Verantwortung für junge Menschen übernehmen

"Gerade jetzt muss es den Parteien darum gehen, die zentralen Themen der jungen Menschen ernst zu nehmen", so Wetzel. Die IG Metall erneuert kurz vor der Bundestagswahl ihre Forderung nach einer neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. "Auch aus eigenem Interesse müssen die Unternehmen endlich ihrer Verantwortung zur Fachkräftesicherung nachkommen. Dazu muss die Politik jetzt Druck ausüben", so Wetzel.

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