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Jubiläum: 25 Jahre "Tatort Betrieb"

Jubiläum: 25 Jahre "Tatort Betrieb"

Im zehnten Tatort-Fall geht es um Arbeitszeit

22.07.2014 Ι Mit "Per" und "Tri" hat alles angefangen. Die beiden Kürzel stehen für Perchlorethylen und Trichlorethylen und sind krebserzeugend. "Per und Tri - raus aus den Betrieben" war die erste Tatort-Aktion der IG Metall Baden-Württemberg. Heute wird der "Tatort Betrieb" 25 Jahre alt.
Manchmal ist das Etikett mehr als hübsche Verpackung, manchmal. In glücklichen Fällen ist die Überschrift keine Übertreibung, sondern präzises Benennen von Wirklichkeit, das Aussprechen einer Wahrheit, für das es klare Sicht, nicht aber viel Raum braucht: "Tatort Betrieb" ist so ein Fall. Zwei Worte. Ein griffiges Bild.

Angefangen hat alles vor 25 Jahren bei der IG Metall Baden- Württemberg mit "Per" und "Tri". "Per und Tri - raus aus den Betrieben", hieß die erste Tatort-Aktion. "Per« steht für Perchlorethylen, "Tri" für Trichlorethylen, zwei krebserzeugende Lösemittel, mit denen vor allem Kleinteile aus industrieller Fertigung gereinigt wurden.

Beschäftigte als Experten im Fokus

1988 lief die Aktion an, ein Jahr später bereits wurde in 350 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg kein Per und kein Tri mehr verwendet. Mit dieser Aktion wurde "Tatort Betrieb" bekannt, längst ist er ein etablierter Begriff im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das aber liegt vor allem daran, dass mit der Initiative ein neuer Ansatz beim Arbeitsschutz ins Leben gerufen wurde. Einer, der bis heute fortgeführt wird.

Es ist ein Ansatz, der den herkömmlichen, expertenorientierten Arbeitsschutz infrage stellt; der stattdessen die Beschäftigten als Experten in den Fokus nimmt, der Umwelt- und Arbeitsschutz miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten, die durch ihre Arbeit ausgelöst werden.

Vor allem in den Anfangsjahren lieferte eine Flut gefährlicher Arbeitsstoffe und Lösemittel in Betrieben Stoff für Aktionen. Mit den Jahren aber kamen mehr und mehr psychische Aspekte hinzu.

Gutes Gespür

Seit 2006 ist Monika Lersmacher von der IG Metall Baden-Württemberg für "Tatort Betrieb" zuständig. Sie sagt: "Wir haben uns von den eher klassischen Themen des Arbeitsschutzes wie dem Kampf gegen Gefahrstoffe und Lärmbelastung weiterentwickelt." Ziel von "Tatort Betrieb" sei es, "ganzheitliche Ansätze" umzusetzen, um auf diese Weise gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. "Man muss den Finger in die Wunde legen, immer am Puls der Zeit bleiben. Nur so ist man erfolgreich."

Erfolgreich, keine Frage, das ist die Initiative. Das liegt nicht allein am Gespür für Themen, das liegt auch an der Methode, mit der gearbeitet wird. Erst wird ein repräsentatives Thema ausgewählt, dann werden klare Ziele formuliert. Missstände werden klar benannt, Beschäftigte mobilisiert, Öffentlichkeit wird mittels Skandalisierung erzeugt.

Im aktuellen, zehnten Tatort-Fall geht es um Arbeitszeit. Schwerpunkt ist die Gestaltung von gesunden Schichtsystemen und das Vermindern von Belastungen im Büro. Nichts, was sich wie ein Giftstoff per Dekret entfernen ließe. "Die Beschäftigten müssen qualifiziert mitgenommen werden", sagt Monika Lersmacher. "Das Ganze ist ein Prozess, der lange läuft."

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