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Jahresrückblick 2015

2015: Das war das Jahr der IG Metall

21.12.2015 Ι Tarifrunden, Flüchtlinge, technologischer Wandel in der Industrie: Das Jahr 2015 war ein bewegtes Jahr. Zum Jahresende ziehen wir Bilanz. Was hat Metallerinnen und Metaller beschäftigt? Was wollen sie 2016 anpacken?

Tarifrunden: Mehr Geld, mehr Zeit

3,4 Prozent mehr Geld, Einstieg in die Bildungsteilzeit und verbesserte Regeln bei der Altersteilzeit: Das sind die Ergebnisse für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in der Tarifrunde 2015. Tausende Mitglieder unterstützen im Frühjahr die IG Metall-Forderungen mit Warnstreiks und trugen zu einem guten  Ergebnis bei. Im Frühjahr 2016 steht die nächste Tarifrunde an.

Auch in anderen Branchen werden gute Tarifergebnisse erzielt: In der  Stahlindustrie steigen die Entgelte ab 2016 um 2,3 Prozent, die Altersteilzeit wird fortgesetzt, Azubis erhalten für die Fahrt zur Berufsschule eine finanzielle Unterstützung.

Bei den Textilen Diensten gibt es bereits seit September 3,6 Prozent mehr Geld - und ebenfalls Verbesserungen bei der  Altersteilzeit. In der ostdeutschen Textilindustrie erhalten die Beschäftigten seit Mai drei Prozent mehr Geld, im August sind die Ausbildungsvergütungen gestiegen. Alle Abschlüsse bedeuten deutliche Reallohn-Gewinne. Übrigens: Nur Gewerkschaftsmitglieder haben ein Recht auf tarifliche Leistungen.
 

Digitalisierung: Total vernetzt - trotzdem allein?

In der Autoproduktion verlassen Roboter ihre Käfige, Maschinen bestellen selbstständig Ersatzteile, und IT-Experten tüfteln am selbstfahrenden Auto: Die Digitalisierung in der Arbeitswelt ist für die IG Metall 2015 ein Topthema - und wird es bleiben.

Die totale Vernetzung hat für die Beschäftigten auch Schattenseiten: Zum Beispiel vergeben Unternehmen über sogenannte Crowdworking-Plattformen Mini-Aufträge an Solo-Selbstständige. Deren Arbeitsbedingungen sind oft prekär. Seit Mai betreibt die IG Metall deshalb die Plattform "FairCrowdWork". Dort können sich Crowdworker beraten lassen und Erfahrungen mit Auftraggebern austauschen. Seit dem Gewerkschaftstag können sie auch Mitglied der IG Metall werden und haben Anspruch auf die Leistungen der IG Metall, beispielsweise den Rechtsschutz.
 

Ordnung auf dem Arbeitsmarkt: Eine Dauerbaustelle

Prekäre Beschäftigung und Niedriglohn sind auch 2015 für viele Menschen traurige Realität. Ein gutes Leben - das soll es nicht nur für die Stammbeschäftigten geben. Deshalb fordert die IG Metall eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt - auch per Gesetz. Im Dezember hat Arbeitsministerin Andrea Nahles einen Gesetzesvorschlag vorgelegt. Doch der hat Mängel: Die Betriebsräte sollen nur informiert werden, statt bei der Vergabe von Werkverträgen mitzubestimmen. Leiharbeit und Werkverträge bleiben Baustellen, auch für 2016.

 

Ein Jahr gilt der Mindestlohn. Und er wirkt. Anders als von den Arbeitgebern prophezeit, ist der Arbeitsmarkt unter 8,50 Euro nicht zusammengebrochen. Im Gegenteil. Es gibt weniger Minijobs und einen Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

 

Bündnis "Zukunft der Industrie"

Wie bleibt die deutsche Industrie wettbewerbsfähig? Wenn sie auf "besser" statt auf "billiger" setzt. Die Industrie braucht dazu verlässliche Rahmenbedingen, Ideen und Investitionen. Im Frühjahr 2015 hat die IG Metall zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) das Bündnis "Zukunft der Industrie" gestartet. Dort werden fortan Konzepte entwickelt: für den Ausbau und Erhalt von Straßen, Schienen, IT-Netzten, für Qualifikation und Fortbildung, für eine höhere Akzeptanz der Industrie in der Bevölkerung.

 

Gewerkschaftstag: Große Themen, neue Gesichter

485 Delegierte aus ganz Deutschland, 6 Tage intensive Debatten und ein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre: Das war der Gewerkschaftstag 2015 der IG Metall in Frankfurt. Jörg Hofmann wird zum neuen Ersten Vorsitzenden gewählt. Mit Christiane Benner als Zweiter Vorsitzender steht erstmals in der IG Metall-Geschichte eine Frau mit an der Spitze. Der Hauptkassierer Jürgen Kerner sowie die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Urban, Irene Schulz und Wolfgang Lemb werden in ihren Ämtern bestätigt. Als weiteres Vorstandsmitglied ist Ralf Kutzner hinzugekommen.

Kernthemen bis zum nächsten Gewerkschaftstag sind: Stärkung der Alterssicherung, gute Arbeit auch für Werk- und Leiharbeitsbeschäftigte und Arbeitszeit-Regelungen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen.

Flüchtlinge: Metaller helfen

Sie sammeln Spenden, organisieren Deutschkurse oder helfen bei Behördengängen: Quer durch Deutschland engagieren sich Metallerinnen und Metaller in der Flüchtlingshilfe. Der IG Metall-Vorstand hat für solche Projekte 2015 Soforthilfe in Höhe von 500 000 Euro bereitgestellt. Doch es gilt auch, mittel- bis langfristig Perspektiven zu schaffen. Dazu haben die Delegierten des Gewerkschaftstages eine Resolution für eine solidarische Flüchtlingspolitik verabschiedet.

 

Und 2016?

Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt - ohne sie gegen andere Arbeitnehmer auszuspielen oder den Mindestlohn zu durchlöchern. Alltagstaugliche Arbeitszeitmodelle - bei denen Flexibilität nicht nur zugunsten des Arbeitgebers definiert wird. Mehr Tarifbindung - damit Arbeit auch gerecht entlohnt wird. Digitalisierung der Industrie - bei der Menschen nicht zum Handlanger von Maschinen werden. Und es gibt einen guten Grund zum Feiern: Die IG Metall hat Geburtstag. Seit 125 Jahren setzt sie sich ein für gute Arbeit, Beteiligung und Mitbestimmung, die Zukunft der Arbeit und ein gutes Leben. Auch 2016 wird sicher nicht langweilig.

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