IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Internationaler Tag gegen prekäre Beschäftigung

Welttag für menschenwürdige Arbeit

Prekäre Jobs im Fokus

07.10.2011 Ι In Chile protestieren Studenten für bessere Bildung. In Spanien und England gehen junge Menschen für sichere Jobs auf die Straße. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, die ein würdevolles Leben ermöglichen, sind nicht selbstverständlich. Weltweit machen die Gewerkschaften am heutigen Welttag für menschenwürdige Arbeit und gegen prekäre Jobs mobil.

In Chile protestieren die Studenten, in Spanien und England gehen junge Menschen auf die Strasse: Weltweit verschaffen sich junge Menschen Gehör. Sie protestieren gegen Arbeitslosigkeit, fehlende Bildungschancen und prekäre Arbeitsverhältnisse. Denn für viele von ihnen sind die Aussichten düster.

Am heutigen Welttag für menschenwürdige Arbeit machen die Gewerkschaften auf das Problem von prekärer Beschäftigung aufmerksam. Weltweit verdienen unzählige Menschen ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und Leiharbeit, werden in Dauerpraktika und befristeter Arbeit "geparkt". Zwar erholen sich nach der Wirtschaftskrise die Arbeitsmärkte der Industriestaaten. Doch die Jugendarbeitslosigkeit liegt weltweit deutlich über der anderer Altersgruppen.

In Deutschland sind 9,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Diese Quote liegt zwar unter dem Durchschnitt bei der internationalen Jugendarbeitslosigkeit. Doch diese Zahl sagt nur die halbe Wahrheit. Auch bei uns stecken viele junge Menschen in Leiharbeit, Teilzeit- oder einem Minijob, obwohl sie Vollzeit arbeiten wollen. Auch hier droht vielen Armut, obwohl sie offiziell Arbeit haben. Der Niedriglohnsektor wächst auch in Deutschland immer weiter.

Junge Generation stark von Krise betroffen

Die Erwerbslosenquote der 15- bis 25-Jährigen stieg überproportional an. Der Grund: Junge Menschen sind besonders häufig prekär beschäftigt - sie sind als Leiharbeiter angestellt, haben befristete Stellen und einen Werkvertrag. In Krisensituationen sind sie die ersten, die ihre Jobs verlieren. Doch auch vom Aufschwung profitieren die "Prekären" nur bedingt. Dass beispielsweise Leiharbeit ein Sprungbrett in reguläre Beschäftigung sei, hat sich längst als Märchen entpuppt: Nur sieben Prozent aller zuvor arbeitslosen Leiharbeitskräfte waren nach der Leiharbeit regulär beschäftigt.


Foto: Jens Braune

Der Marktradikalismus hat die Grundlagen für ein gutes Leben für die Mehrheit der Menschen bereits vor der Krise in Frage gestellt und ausgehöhlt - der ökonomische Druck ist in fast allen Lebensbereichen vorgedrungen. Die Regierungen ziehen die Kosten der Krise als Vorwand für weitere Einschnitte im Sozialsystem heran. Auf der anderen Seite gefährdet die Deregulierung des Arbeitsmarktes den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Worum es geht

Angesichts dieser Entwicklungen ist es wichtiger denn je, dass Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Deutschland - und überall auf der Welt - für ihr Recht auf menschenwürdige Arbeit und ein gutes Leben eintreten. Der 7. Oktober ist "World Day of Decent Work" - der Welttag für menschenwürdige Arbeit. An diesem Tag wird mobil gemacht gegen prekäre Beschäftigung. Auch am diesjährigen Welttag ist das das Thema in mehr als 300 Veranstaltungen in 56 Ländern  - an Runden Tischen, bei Demonstrationen und bei Flashmobs. Dazu haben der DGB und der Internationale Gewerkschaftsbund aufgerufen.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
box_gewerkschaftstagsportal
Das Web-Portal zum Gewerkschaftstag

Umschauen. Informieren. Mitdiskutieren.

World Day for Decent Work

Welttag für menschenwürdige Arbeit
Prekäre Arbeit nimmt auf der ganzen Welt zu - besonders seit der Wirtschaftskrise. Vielen Menschen ist ein menschen- würdiges Leben nicht mehr möglich. Deshalb fordert der Internationale Metallgewerkschaftsbund (IMF) die Menschen und ihre Gewerkschaften auf, sich an den Aktivitäten zum diesjährigen Welttag für menschenwürdige Arbeit des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) zu beteiligen.

aktionszeitung_rechte_box

Bestellen Sie unsere Aktionszeitung, verteilen Sie sie an Freunde, Kollegen und Nachbarn. Oder Sie lassen sie ganz einfach liegen: Im Betrieb,  in der Kneipe, im Sportverein oder beim Arzt.

Servicebereich