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In der Krise Arbeitsplätze sichern. Foto: Christian Breywisch/Fotolia.de

In der Krise Arbeitsplätze sichern

Wie die IG Metall Jobs rettet

Was werden die nächsten Monate in der Krise bringen? Auch die IG Metall hat nicht auf alle Fragen Antworten. Aber sie hat ein klares Ziel: Entlassungen vermeiden. Dafür spannt sie Rettungsschirme auf. Vorstand, Bezirksleiter, Geschäftsführer vor Ort und die über 140 000 Betriebsräte und Vertrauensleute mischen sich ein. Sie gestalten Beschäftigungspolitik und Betriebsvereinbarungen, um Jobs zu sichern.

Solidarität: befristete Verträge gerettet
Die Belegschaft von Till Hydraulik mit den Standorten Helmstedt, Braunschweig und Magdeburg hat sich stark gemacht in Sachen Solidarität: Als einige Beschäftigte mit befristeten Verträgen entlassen werden sollten, beschloss die Belegschaft, ihnen zu helfen. Zunächst war die Idee, Arbeitszeit für alle zu kürzen - so wie es der Tarifvertrag Beschäftigungssicherung möglich macht. Dann entschieden sich Betriebsrat und Geschäftsleitung, Kurzarbeit zur Überbrückung der Krise einzuführen. Von den insgesamt knapp 250 Beschäftigten sind 35 in der Fertigung und in der Verwaltung befristet angestellt. 15 von ihnen sollten im Zuge der Krise gehen. Betriebsratsvorsitzender Reinhard Gehl: "Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat sind nicht immer einer Meinung. Aber wir haben eine konstruktive Diskussionskultur, sodass unser Konzept auf offene Ohren stieß." Und ein betroffener Mitarbeiter freut sich: "Das tat gut, dass die Kollegen sich für uns eingesetzt haben. So etwas habe ich noch in keiner Firma erlebt."

Kompromiss: aus der Kurzarbeit das Beste gemacht
170 000 Tonnen Aluminiumband gehen bei Hydro Aluminium in Hamburg jedes Jahr an Industriekunden für die Produktion von Autos, Wärmetauschern, Maschinen und Konsumgütern. Im Hamburger Werk werden aber nicht nur Walzprodukte produziert, sondern auch gute Kompromisse geschlossen: Für die jetzige Phase der Kurzarbeit hat der Betriebsrat Eckpunkte erarbeitet, die für alle tragbar sind. Der Vorsitzende des Betriebsrats, Peter Camin, berichtet: "Wir hatten uns auf die Verhandlung gut vorbereitet. Mithilfe entsprechender Betriebsvereinbarungen, Kontakte zu anderen Betrieben und einem Berater der Agentur für Arbeit haben wir überlegt, was wir wollen und was wir nicht wollen." Herausgekommen ist die Vereinbarung, dass der Betriebsrat jeden Monat die Auftragseingänge einsehen darf. Dann entscheidet er neu über die Kurzarbeit und versucht, eine gerechte Verteilung zu steuern. Außerdem: Der Arbeitgeber zahlt einen Netto-Aufstockungsbetrag von 60 Prozent, also auf die Differenz zwischen normalem Einkommen und Kurzarbeitergeld. So hielten sich die Verluste für die Kolleginnen und Kollegen in Grenzen, bei sechs Kurzarbeitertagen seien es höchstens 70 Euro.

Weitsicht: Standorte erhalten
Hubert Dünnemeier von der IG Metall, Verhandlungsführer beim Getriebehersteller Getrag, ist stolz auf seine Metallerinnen und Metaller: "Die Aktionen der Belegschaften haben dazu geführt, dass das Management seine Positionen räumen musste. Nur dadurch ist es gelungen, die Schließung von Ludwigsburg zu verhindern." Mehr als 400 Jobs standen auf der Kippe. Der Gründungsstandort Ludwigsburg sollte komplett geschlossen werden. Mit dem Restrukturierungskonzept der IG Metall wurde nun der Grundstein für einen Neubeginn bei Getrag gelegt. Der Getriebehersteller war durch gescheiterte Expansionspläne und massive Auftragseinbrüche ins Schleudern geraten. Für die Beschäftigten gibt es nun Sicherheit auch in der Krise. Der Standort- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag wird bis zum 31. Dezember 2011 fortgeführt. Jetzt liegt es an den Banken, die Finanzierung zu sichern und somit viele Arbeitsplätze zu erhalten.

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