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Betagte Sozialhilfeempfänger. Foto: Fotolia

Immer mehr Rentner sind arm

Betagte Sozialhilfeempfänger

30.10.2013 Ι Die gesetzliche Rente ist sicher. Jedoch für viele sicherlich auch nicht sehr hoch. Immer mehr Menschen in Deutschland können schon heute von ihrer Rente nicht leben und sind auf Hilfe vom Staat angewiesen. Die Furcht vor der Altersarmut ist demnach alles andere als unbegründet. Die IG Metall fordert eine Rente, die vor Armut schützt.

Bei 727 Euro brutto im Monat liegt aktuell das Existenzminimum in Deutschland. Wer mit weniger auskommen muss, hat Anspruch auf staatliche Unterstützung. Laut dem Statistischen Bundesamt sind heute schon knapp 465 000 Senioren auf das Sozialamt angewiesen, weil ihre Altersbezüge nicht zum Leben reichen. Weitere 435 000 sind wegen dauerhafter Erwerbsminderung auf Grundsicherung angewiesen. Besonders hart trifft es Rentnerinnen im Westen.

Alt, weiblich, arm
Den Statistikern zufolge sind besonders ältere Frauen in den alten Bundesländern auf die staatliche Unterstützung angewiesen: Am Jahresende bezogen dort 33 von 1000 Frauen über 65 Jahren und 25 von 1000 Männern dieses Alters Leistungen der Grundsicherung. In den neuen Bundesländern einschließlich Berlin sind es entsprechend 21 von 1000 Frauen und 18 von 1000 Männern.



Jobben trotz Ruhestand
Viele Rentner verdienen sich auch im Ruhestand noch Geld dazu. So zählte die Bundesagentur für Arbeit im Herbst vergangenen Jahres gut 812 000 Minijobber über 65 Jahren. Diese Entwicklung zeigt, dass die Altersarmut - trotz aller offizieller Beschönigungsversuche - weiter wachsen wird.

Altersarmut wird zunehmen
Die Furcht vor der Altersarmut ist nach diesen Zahlen alles andere als unbegründet.  Und die Situation wird sich weiterhin verschärfen. In einer  Befragung der IG Metall glauben nur vier Prozent, von der gesetzlichen Rente gut leben zu können. Mehr als 40 Prozent glauben, dass ihre gesetzliche Rente nicht ausreichen wird. Eine deutliche Mehrheit der Befragten sieht sich nicht oder nicht ausreichend in der Lage, die drohende Versorgungslücke durch private Eigenvorsorge zu schließen - weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen.

Wegen gebrochener Erwerbsbiografien, Zeiten von Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung könnten mehr Bürger auf eine Niedrigrente zusteuern als bisher. Erst recht jene, die nicht durch Betriebs- oder Privatrente die Rentenlücke ausgleichen können. Hinzu kommt, dass das Rentenniveau aus Demografiegründen und zur Dämpfung von Beitragssteigerungen sinkt - sofern die Politik nicht eingreift.

Die IG Metall forderte die künftige Regierung deshalb auf, die gesetzliche Rente zu stabilisieren. "Erforderlich ist eine Rente, die vor Armut schützt und nach einer normalen Erwerbsbiografie den Lebensstandard sichert. Notwendig sind Arbeitsplätze, auf denen Ältere gesund bis zur Rente arbeiten können und faire Bedingungen für den Ausstieg aus dem Erwerbsleben", sagt das für Sozialpolitik zuständige geschäftsführende IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban.

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Alters- und alternsgerechtes Arbeiten
Hans-Jürgen Urban, IG Metall-Vorstands-mitglied zur Umfrage unter Betriebsräten.
 
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