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Im Gespräch: Leiharbeitnehmer gehören genauso dazu wie alle anderen. Foto: Burkhard Löchert

Im Gespräch: Leiharbeitnehmer gehören genauso dazu wie alle anderen

Plötzlich bekamen die Leute 10 oder 12 statt 7,50 Euro

21.09.2010 Ι "Wir sind eine Belegschaft. Die Leiharbeitnehmer gehören genauso dazu wie alle anderen", ist Burkhard Löchert überzeugt. Wir sprachen mit Löchert, der im Betriebsrat des Stahlunternehmens Arcelor Mittal in Bremen die Leiharbeiter betreut und sich für eine Betriebsvereinbarung stark gemacht hat, die sie bei der Bezahlung gleichstellt.

Burkhard, wie viele Leiharbeitnehmer konntet Ihr in Eurem ­Betrieb für die IG Metall gewinnen?
Vor der Krise hatten wir etwa 70 hier und davon sind 43 eingetreten. Während der Krise arbeiteten bei uns keine Leiharbeitnehmer. Jetzt gibt es bei uns wieder Kollegen von Verleihfirmen. Auch von ihnen konnten wir einen Teil überzeugen, Mitglied zu werden.

Benutzt Ihr eine geheime Zauberformel?
Nein, einen ganz einfachen Trick. Bei uns gibt es keine Unterschiede, wir sind eine Belegschaft und die Leiharbeitnehmer gehören genauso dazu wie alle anderen. Wir haben ihnen von Anfang an gesagt: "Wenn ihr Probleme habt, kommt zu uns." Wir haben sie über ihre Rechte informiert und zu Betriebsversammlungen eingeladen. Sie fühlten sich bei uns gut aufgehoben.

Da macht die Stammbelegschaft auch mit?
Ja, klar. Sie haben als erste gefordert, die Leiharbeitnehmer genauso zu bezahlen wie die Festangestellten. Kollegen aus der Stammbelegschaft sagten: "Das geht doch nicht. Da macht einer seine Arbeit gut und verdient nur 7,50 Euro die Stunde." Seit 2008 haben wir eine Betriebsvereinbarung, die Leiharbeitnehmer bei der Bezahlung gleichstellt.

Damit habt Ihr die Leiharbeitnehmer also überzeugt?
Das war ein ganz wichtiges Argument. Die Leute bekamen plötzlich 10 oder 12 Euro statt 7,50 Euro die Stunde. Da brauchte ich nicht mehr lange diskutieren. Es hat ihnen ziemlich imponiert, dass wir uns mit dem Arbeitgeber um diese Betriebsvereinbarung gezofft haben. Sie haben gemerkt: Mensch, die kümmern sich wirklich um uns und machen nicht nur Sprüche. Es kommt tatsächlich etwas für uns heraus.

Das hat ausgereicht, um in die IG Metall einzutreten?
Nicht ganz. Wir haben ihnen erklärt, dass wir uns darum kümmern, ob unser Arbeitgeber die Vereinbarung einhält. Sie müssen selbst prüfen, ob ihr Verleiher das auch tut. Allein ist das schwierig. Als Gewerkschaftsmitglied bekommen sie Hilfe. Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Wir kümmern uns um die Leiharbeitnehmer. Und sie unterstützen uns, indem sie in die IG Metall eintreten.

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