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IG Metall reagiert auf CDU-Vorschlag zu Equal Pay: Gleiches Geld für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag

IG Metall reagiert auf CDU-Vorschlag zu Equal Pay

Gleiches Geld für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag

03.01.2011 Ι CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs hat offensichtlich die Weihnachtsfeiertage genutzt, um über Leiharbeit nachzudenken. Sein Vorschlag: "Nach zwölf Monaten muss für die Zeitarbeit dasselbe gezahlt werden." Nach Meinung der IG Metall ist seine Idee nicht zielführend. Denn: Nur 13 Prozent aller Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer würden von diesem Vorschlag profitieren.

Seine Gedanken diktierte CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs dem Politmagazin Focus: "Nach zwölf Monaten muss für Zeitarbeit dasselbe gezahlt werden. Sonst ist es nichts anderes als der Versuch von Arbeitsgebern, sich billige Löhne zu sichern."

Offenbar hat Fuchs seinen Vorschlag nicht wirklich zu Ende gedacht. Und informiert hat er sich auch nicht wirklich. Denn sonst wüsste er, dass laut eines im vergangenen Jahr veröffentlichten Berichts des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, einer Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, "die Beschäftigungsdauer in der Leiharbeit generell relativ kurz ist".

Die Bundesagentur für Arbeit schrieb im Juli des vergangenen Jahres sogar: "Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse ist aber dennoch kürzer als drei Monate." Um genau zu sein meint sie damit 61 Prozent. Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds ermittelte, dass nur 13 Prozent der Leiharbeitnehmer länger als ein Jahr beschäftigt sind.

Das heißt im Klartext: Nur 13 Prozent der in Leiharbeit beschäftigten Menschen würden von der CDU-Regelung erfasst. 87 Prozent wären eben genau das, was die IG Metall nicht will: der Versuch der Arbeitgeber, sich billige Löhne zu sichern.

Der Fraktionsvize Michael Fuchs sollte also die Tage bis zur nächsten Sitzung nutzen, um die Fakten zur Leiharbeit nachzulesen. Und sich dann mit einem besseren Vorschlag nochmals an die Öffentlichkeit wenden. Am besten mit einer Idee, die den Forderungen der IG Metall entspricht.

Denn der Vorschlag der IG Metall für ein neues Gesetz zur Leiharbeit lautet: Gleiches Geld für gleiche Arbeit sofort, vom ersten Tag an. In ihrer Leiharbeits-Initiative "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" fordert die IG Metall außerdem:

  • "Gleiches Geld" muss die Regel für Leiharbeit werden.
  • Ein gesetzlicher Mindestlohn muss auch in Deutschland für die Leiharbeit verankert werden. Nur so ist zu verhindern, dass Verleihfirmen aus dem Ausland hierzulande Leiharbeit zu Armutslöhnen anbieten können.
  • "Heuern und feuern" muss auch für Leiharbeitnehmer und Leiharbeitnehmerinnen verboten werden, indem das sogenannte Synchronisationsverbot wieder eingeführt wird.
  • Leiharbeit darf kein Instrument zum Abbau von Stamm-Arbeitsplätzen werden. Deshalb muss es eine Höchstverleihzeit geben.

 

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