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IG Metall Oldenburg will Leiharbeit wirksam regulieren und begrenzen

IG Metall Oldenburg will Leiharbeit wirksam regulieren und begrenzen

Der gesellschaftlichen Spaltung entgegenwirken

22.03.2010 Ι In Oldenburg haben IG Metaller und Metallerinnen auf der Zeitarbeitsmesse Leiharbeitsfirmen "Fair-Leih-Urkunden" vergeben. "Wir wollen unsere Tarifpartner stärken und die Einhaltung der geschlossenen Tarifverträge anmahnen", begründete Rajko Pientka, zuständiger Gewerkschaftssekretär für Leiharbeit, die Aktion. Ende Februar hat die IG Metall Oldenburg eine Offensive eingeleitet, um Leiharbeit stärker zu regulieren und zu begrenzen.

Mitglieder des IG Metall-Leiharbeitskreises Oldenburg haben "Fair-Leih-Urkunden" an Mitgliedsfirmen des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (IGZ) und des Bundesverbandes Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) übergeben. Die Leiharbeitsfirmen präsentierten sich auf der 10. Zeitarbeitsmesse in Oldenburg. "Um zukünftig eklatante Verbesserungen für in Leiharbeit beschäftigte Arbeitnehmer durchzusetzen, ist es wichtig, dass sich Leiharbeitnehmer in der IG Metall organisieren. Ebenso müssen wir dafür sorgen, dass der Deckungsgrad der DGB-Tarifverträge steigt, um die Gefälligkeitstarifverträge der arbeitgebernahen christlichen Pseudogewerkschaft ein für alle mal auf den Müllhaufen der Geschichte zu tragen", betonte IG Metall-Sekretär Rajko Pientka. 

Leiharbeit dort verhindern, wo sie verhindert werden kann
Die IG Metall in Oldenburg will die Leiharbeit wirksam regulieren und begrenzen. Dazu startete sie Ende Februar eine Offensive im betrieblichen Umgang mit Leiharbeit. Die IG Metall will Leiharbeit dort verhindern, wo sie sie verhindern kann. Und dort, wo bereits Leiharbeitnehmer als fester Bestandteil der Personalpolitik eingesetzt sind, will sie sich dafür einsetzen, dass Leiharbeitnehmer mit der Stammbelegschaft gleichgestellt werden.

"Die skandalösen Ereignisse beim Einsatz von Leiharbeitnehmern in den letzten Monaten zeigen deutlich, dass wir mit unserer Kampagne 'Gleiche Arbeit - Gleiches Geld' nach wie vor ein brennendes gesellschaftliches Problem zum Schwerpunkt gemacht haben", so Hartmut Tammen-Henke, Erster Bevollmächtigte der IG Metall in Oldenburg und Wilhelmshaven. "Wir werden uns jetzt in den Betrieben vorbereiten, Leiharbeit noch stärker zu begrenzen und die Bedingungen von Leiharbeit für die Beschäftigten zu verbessern".

"Fair-Verleih"-Erklärungen von Verleihfirmen einfordern
Die IG Metall befürchtet, dass Unternehmen die Leiharbeit noch stärker als bisher nutzen und den legalen Missbrauch ausweiten wollen. Experten schätzen, dass die Leiharbeitsbeschäftigten nach der Krise explosionsartig auf 2,5 Millionen ansteigen werden. Die Regierung weigert sich beharrlich, Leiharbeit wirksam zu regulieren. Stattdessen wird Zeitarbeit weiterhin als Jobmotor gepriesen.

Die IG Metall Oldenburg fordert alle Betriebsräte und gesellschaftlichen Kräfte auf, sich der gesellschaftlichen Spaltung entgegen zu stellen und sich für den Grundsatz "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" einzusetzen. In den nächsten Wochen wird sie mit den Betriebsräten der Entleihbetriebe die Verleihfirmen auffordern, "Fair-Verleih"-Erklärungen abzugeben. Die Betriebsräte werden verstärkt ihre Mitbestimmungsrechte nutzen, um den Missbrauch von Leiharbeit zu verhindern.

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Hintergrund

Vor sechs Jahren trat die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes inkraft. Die ernüchternde Bilanz: Der Einsatz von Leiharbeit hat in vielen Betrieben zu Beschäftigten erster und zweiter Klasse geführt.

Dumpinglöhne, schlechte Arbeits- bedingungen, der Ausschluss von betrieblichen Zuwendungen und der schleichende Ersatz regulärer Beschäftigung durch Leiharbeit sind nur die offensichtlichen Auswirkungen. Seit 2004 sind der Kreativität durch die Entleih- und Verleiherunternehmen rechtlich fast keine Grenzen gesetzt. Etwa jeder zehnte Beschäftigte auf Zeit ist von staatlichen Lohnzuschüssen abhängig, was den Staat allein 2008 und 2009 531 Millionen Euro gekostet hat. Nach Ausbruch der Krise haben innerhalb kürzester Zeit über 300 000 Leiharbeit- nehmer ihren Job verloren - ohne großen Aufschrei in der Gesellschaft und in den Betrieben. Die Krise ist noch nicht vorbei, da mehren sich die Versuche, Leiharbeit stärker als bisher in der betrieblichen Praxis zu verankern.

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Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.

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