IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
IG Metall kritisiert zunehmenden Leistungsdruck in den Unternehmen. Foto: IG Metall

IG Metall kritisiert zunehmenden Leistungsdruck in den Unternehmen

Arbeit sicher und fair machen

20.05.2011 Ι Die meisten Unternehmen haben die Krise längst hinter sich gelassen. Doch die Beschäftigten profitieren nicht davon. Viele klagen über zunehmenden Leistungsdruck, ausufernde Arbeitszeiten und unsichere Jobs. "Das entspricht nicht dem Bild, das wir von guter Arbeit haben", kritisierte Jörg Hofmann, IG Metall Bezirksleiter für Baden-Württemberg.

Nach einer Befragung der IG Metall im Frühjahr unter Betriebsräten gibt es in den Unternehmen zunehmend Probleme zwischen den Leistungsvorgaben und der Personalbemessung. In mehr als einem Drittel der Betriebe ist ein permanenter Verfall von Arbeitszeit festzustellen. Rund 40 Prozent der Firmen weiten die Schichtsysteme aus. Häufig müssen die Beschäftigten dann auch an Samstagen und Sonntagen arbeiten. Kein Wunder, wenn die Betriebsräte aus fast 70 Prozent der befragten Betriebe Probleme bei den Leistungsvorgaben und der Personalbemessung beklagen. An der Umfrage beteiligten sich Betriebsräte aus 900 Betrieben in Baden-Württemberg.

Die IG Metall Baden-Württemberg kritisiert die jüngsten Entwicklungen bei den Arbeitszeiten, den Arbeitsbedingungen und dem Gesundheitsschutz. Der steigende Zeitdruck, das hohe Arbeitsvolumen und die damit verbundene fehlende Planbarkeit von Arbeitszeit spiegeln sich auch in einer Zunahme physischer und psychischer Erkrankungen. Deshalb wird die IG Metall in den kommenden Monaten geeignete Antworten auf den Verfall von Arbeitszeit und geeignete Modelle für die Gestaltung von Schichtarbeit und taktgebundenen Systemen finden. Das kündigte Jörg Hofmann auf der IG Metall-Konferenz am 19. Mai 2011 in Pforzheim an.

Die Stammbelegschaften schrumpfen
Neue Mitarbeiter werden meist in Leiharbeit oder befristet eingestellt. Auch die Werkverträge steigen an. So werden in jedem zweiten Betrieb immer mehr Stammarbeitsplätze durch Werkverträge verdrängt. In drei von vier Unternehmen werden Auszubildende nach ihrer Prüfung nur noch befristet übernommen. "Das ist das Gegenteil von Wertschätzung für die Arbeit der Menschen in den Unternehmen und ihre während der Krisenmonate gezeigte Flexibilität", stellte Jörg Hofmann fest. 

Die Gesellschaft droht auseinanderzubrechen
Auch der Journalist Günter Wallraff sieht in der Zunahme prekärer Beschäftigung eine Zerreißprobe für die Demokratie: "Durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse driftet unsere Gesellschaft immer mehr auseinander in eine verarmende und eine durch Steuergeschenke begünstigte Oberschicht". Um dem zu begegnen, müsse der Begriff der Solidarität wieder lebendig werden. "Dazu brauchen wir starke Gewerkschaften und die aktive Mitgliedschaft jedes Einzelnen in seinem Arbeitsbereich", sagte Wallraff.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Der IG Metall-Arbeitszeit-Check

Lässt Ihnen Ihre Arbeitszeit Zeit für ein gutes Leben? Im Bedarfsfall sind Sie als Erstes gefragt, Grenzen zu ziehen.

Servicebereich