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IG Metall fordert Umsteuern in der Rentenpolitik. Foto: IG Metall

IG Metall fordert Umsteuern in der Rentenpolitik

Schöne neue Arbeitswelt - für Ältere ein Mythos

17.04.2013 Ι Rente muss vor Armut schützen und den Lebensstandard der Menschen sichern. Das will die IG Metall mit ihrer Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" erreichen. Sie will das Thema im Vorfeld der Bundestagswahl aufgreifen. Denn für die Mehrheit der Menschen ist das Thema wahlentscheidend.

Sie ist ein Zankapfel. Und das zu Recht. Um kaum ein Thema wird so häufig gestritten wie um die Rente. Streitthema dabei ist nicht nur die Rente mit 67, auch die ab Juli geplante Rentenanpassung ist in der Kritik, ebenso wie die Absenkung des Rentenbeitrags zu Beginn diesen Jahres. Die IG Metall zeigt mit der Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" die Missstände auf und erklärt, wie es besser geht.

Die Rentenpolitik geht in die falsche Richtung - das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage von TNS-Infratest. Dieser Meinung sind rund 80 Prozent der Wähler. Sie fordern einen grundlegenden Kurswechsel. Auch die IG Metall fordert ein Umsteuern in der Rentenpolitik. "Kümmert euch um die Sorgen und Ängste der Menschen. Wir brauchen einen Kurswechsel. Mit mathematischen Formeln ist den Menschen nicht geholfen", fordert Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall heute in Berlin an die Adresse der Politik.


Rente wichtig für die Wahlentscheidung

Das Ergebnis der TNS-Umfrage könnte nicht eindeutiger sein: "Für 79 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung ist das Thema Rente sehr wichtig beziehungsweise wichtig für ihre Wahlentscheidung im September", konkretisiert der Zweite Vorsitzende. Die Menschen sind zudem bereit, mehr für eine sichere Rente zu zahlen: Sechs von zehn Befragten votierten für höhere Rentenbeiträge, um das Rentensystem langfristig zu sichern. Voraussetzung ist aber, dass es zu gleichen Teilen durch Unternehmen und Beschäftigte finanziert wird und Freiberuflicher, Selbständige und Beamte einbezogen werden.


"Die schöne neue Arbeitswelt für die Alten ist und bleibt ein Mythos", sagt Hans-Jürgen Uban, geschäftsführendes Vorstandsmitglieder der IG Metall. Um die Notwendigkeit der Rente mit 67 zu unterstreichen wird immer wieder behauptet, ältere Menschen seien gefragter denn je. Doch im Bereich der IG Metall sind noch nicht einmal vier Prozent der Beschäftigten über 60 Jahre alt, nur knapp ein Prozent ist älter als 63 Jahre.

Tatsächlich erreichen nicht viele Arbeitnehmer das gesetzliche Rentenalter in ihrem Job. Doch viele Ältere müssen im Ruhestand noch einen Teilzeitjob annehmen, um die unzulänglichen Altersbezüge aufzustocken. Für den Sozialexperten Urban ist das ein Warnsignal. In dieser Situation kann es nur eine Antwort geben. Notwendig ist "eine arbeitspolitische Offensive zur alternsgerechten Gestaltung der Arbeitswelt", wie Urban feststellt. Wenn die Arbeitsbedingungen alters- und alternsgerecht wären, können auch ältere Beschäftigte länger im Beruf bleiben. 

 


Alternsgerechte Arbeitsplätze eher die Ausnahme

An der betrieblichen Realität scheitern viele Arbeitnehmer noch allzu häufig. Die Arbeits- und Leistungsbedingungen in vielen Unternehmen sind hart. Stress, Arbeitsdruck, überlange Arbeitszeiten, ständige Erreichbarkeit und Schichtarbeit nehmen zu. Da ist es nur allzu verständlich, dass ältere Arbeitnehmer nicht mithalten können. Alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze sind eher eine Ausnahme. Dabei würden nicht nur die Älteren von solchen Bedingungen profitieren. Auch jüngere Beschäftigte würden vor vorzeitigem Verschleiß bewahrt werden.


Jede Arbeitssituation ist anders. Jeder Arbeitnehmer ist anders. Einheitslösungen sind daher nicht die richtige Antwort. Die IG Metall hat ein Alternativmodell zur Rente mit 67 vorgelegt. Das nimmt die unterschiedlichen Problemlagen von Menschen und Unternehmen zum Ausgangspunkt. "In unserem Modell ist nicht jede Option für jeden Beschäftigten geeignet, aber für jeden Beschäftigten existiert eine geeignete Option", erklärt Urban. Das Modell enthält eine neue, öffentlich geförderte Altersteilzeit, den erleichterten Zugang sowie zu einer generell abschlagsfreien Erwerbsminderungsrente sowie der abschlagsfreie Ausstieg für Beschäftigte mit langen Versicherungszeiten statt Rente mit 67.


Für einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik

Die IG Metall will eine grundlegende Korrektur der Rentenpolitik. Damit steht sie nicht allein. In der Bevölkerung ist die Zustimmung zum Rentenkonzept der IG Metall hoch. Im Vorfeld der Bundestagswahl will die IG Metall mit ihrer Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" auch politische Mehrheiten erreichen. Die Themen Rente mit 67, ein flexibler Altersausstieg, eine bessere Absicherung im Alter und die solidarische Finanzierung der Renten wird die IG Metall zu zentralen Themen im Bundestagswahlkampf machen. Dazu werden wir die Positionen aller Parteien einfordern und nach der Wahl prüfen, was aus den Wahlversprechen wird.

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Links und Zusatzinformationen

Vor der Bundestagswahl will die IG Metall von den Menschen wissen, was sie von der Politik erwarten.

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