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IG Metall Baden-Württemberg: aktive Gesundheitspolitik unerlässlich

Bei Leistungsdruck helfen Ruhepausen

25.10.2010 Ι Die IG Metall müsse einen Rahmen schaffen, der es ermögliche, Fortschritt nicht nur als Belastung, sondern als positive Weiterentwicklung zu erfahren, erklärte Bezirksleiter Jörg Hofmann auf der Arbeitsschutzkonferenz der IG Metall Baden-Württemberg abschließend. Rund 200 Teilnehmende hatten sich am 21. Oktober in Filderstadt getroffen, um Antworten auf den zunehmenden Leistungsdruck in den Betrieben zu finden.

Steigender Leistungsdruck in den Betrieben ist seit vielen Jahren ein Thema für die Arbeits- und Gesundheitsschützer der IG Metall. Wirtschaftskrise und Strukturwandel hätten noch einmal zu einer wachsenden Leistungsverdichtung beigetragen, befand IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann auf der Arbeitsschutzkonferenz der IG Metall Baden-Württemberg am 21. Oktober in Filderstadt. Daneben übe der technologische Wandel enormen Anpassungsdruck auf die Beschäftigten aus.

Hofmann bekräftige: "Neue Technologien erfordern neue Qualifikationen." Bisher habe das hohe Qualifikationsniveau der Beschäftigten in Baden-Württemberg zum "Filetstück der deutschen Industrie" gemacht. Die Frage der Qualifikation werde aber auch die Rolle bei der Entwicklung und Produktion neuer Technologien bestimmen.

Ruhepausen, Ruhezeiten und kürzere Arbeitszeiten
Der Diplom-Soziologe Michael Ertel von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bestätigte auf der Konferenz, dass in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise in 41 Prozent der Betriebe der Metall- und Elektrobranche die Arbeitsintensität zugenommen habe. Ertel unterstrich die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten und bezog sich auf aktuelle Studien, die aufzeigten, dass bei regelmäßigen Überstunden und einer Arbeitszeit von zehn bis elf Stunden täglich das Risiko für einen Herzinfarkt um 60 Prozent steige. Der Diplom-Soziologe empfiehlt, der zunehmenden Arbeitsverdichtung mit Ruhepausen, Ruhezeiten und kürzeren Arbeitszeiten zu begegnen. Handlungsfelder bestünden vor allem bei der Personalbemessung und Ressourcenplanung in den Unternehmen.

Beschäftigten brauchen Perspektiven
Prof. Dr. Thomas Kieselbach vom Institut für Psychologie der Arbeit, Arbeitslosigkeit und Gesundheit (IPG) der Universität Bremen befand, dass nicht nur die Sorge vor Arbeitsplatzverlust krank machen könne. Auch wer sichere Arbeit habe, werde häufig von den Leistungs- und Arbeitsbedingungen erdrückt. Die Folgen seien häufig psychischer Stress, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, zunehmende Arbeitsunfälle. Verstärkt falle dies in Betrieben auf, die umstrukturieren. Dies führe häufig zu erhöhtem Krankenstand und schlechterem Arbeitsklima, in dessen Folge auch die Produktivität des Unternehmens sinke. Deshalb müssten laut Kieselbach bei solchen Prozessen den Beschäftigten immer Perspektiven aufgezeigt werden.

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