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IG Metall auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden. Foto: IG Metall

IG Metall auf dem Evangelischen Kirchentag in Dresden

Nicht nur christliche Themen auf der Agenda

06.06.2011 Ι Mit fast 120 000 Teilnehmern, darunter einem hohen Anteil junger Menschen, brach der Dresdener Evangelische Kirchentag Rekorde: So viele Teilnehmer hat es schon lange nicht mehr gegeben. Die Medien melden eine Repolitisierung des Kirchentages. Afghanistankonflikt, der Ausstieg aus der Kernenergie waren die Themen in diesem Jahr - ebenso wie die zunehmende Prekarisierung der Arbeitswelt in Deutschland.

Die jungen Teilnehmer waren oft noch Schüler. Erfahrungen mit gewerkschaftlicher Arbeit haben auch die Erwachsenen nicht eben häufig, aber alle sind in hohem Maße interessiert an Fragen der sozialen Gerechtigkeit, am Sozialstaat, an den Lebensperspektiven junger Menschen.

Generation Prekär - Thema auf dem Kirchentag

Eine Fülle von Organisationen suchte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer, die sich in einem fast unüberschaubar dicken Programmheft zu orientieren suchten. Sie sind eine wichtige Zielgruppe für die Kampagne "Arbeit sicher und fair", mit der die IG Metall auf die wachsende Prekarisierung der Arbeitswelt und die problematische Situation junger Menschen aufmerksam machen will. Die "Charta der jungen Generation", mit der wir Partner für eine Politik der Chancen und der Nachhaltigkeit für junge Menschen in der Gesellschaft suchen, stieß auf großes Interesse. Unterzeichner der Charta fanden sich hier schnell: Viele schienen erleichtert, dass es jemanden gibt, der sich des tabuisierten Themas der Generation Prekär annimmt. Und einige berichteten sofort von den bedrückenden Erfahrungen mit jungen Leuten, die gut qualifiziert sind, sich aber dennoch mit Leiharbeit, Werkverträgen, Kettenpraktika oder bestenfalls Befristungen zufrieden geben müssen.

Attraktive Angebote IG Metall-Stand

Wie findet man die Aufmerksamkeit der Kirchentagsteilnehmer in der Fülle der Angebote, die auf dem "Markt der Möglichkeiten" ihr Publikum suchen? Wer zum Stand der DGB-Gewerkschaften will, musste lange Wege in Kauf nehmen. Außer der IG Metall waren auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), die Bahngewerkschaft EVG, die Gewerkschaft der Polizeit (GdP) und ver.di als tarifführende Gewerkschaft für den kirchlichen Dienst vertreten. Trotzdem: Die Standbetreuer konnten sich über Publikumsmangel nicht beklagen. Drei Tage lang riss der Besucherstrom nicht ab. Die Informationsbroschüren und Gesprächsangebote fanden ebenso viel Interesse wie die Spielangebote für Kinder und Jugendliche und die Handouts der Gewerkschaften. Besonders beliebt die Airbrush-Tattoos. Die konnte man sich am Stand der Gewerkschaften aufsprühen lassen. Etwa 1200 vorwiegend junge Leute standen dafür Schlange. Allein damit sind die Gewerkschaften an ein Prozent der Kirchentagsbesucher im wahrsten Wortsinne "hautnah" herangekommen. 


Die IG Metall bot in Dresden eine weiteres Angebot: Am IG Metall-Stand standen prominente Gäste aus Politik, Gewerkschaft und Gesellschaft für Interviews und Gespräche zur Verfügung. Im Stundentakt wechselten sie einander ab. SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel war ebenso darunter wie Bildungministerin Annette Schavan, Cem Özdemir und Bärbel Höhn von den Grünen, der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe oder die Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht. Moderator Martin Kaysh sprach mit ihnen über die Themen der Kampagne "Arbeit. Sicher und fair". Bei Heidemarie Wieczorek-Zeul oder Wolf-Michael Catenhusen standen Fragen von Entwicklung und Technologie im Vordergrund. Bei den Kirchenvertretern Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, und Cornelia Coenen Marx, in der EKD verantwortlich für Wirtschaft und Soziales, ging es zum Engagement der Kirchen in der Sozialpolitik.


Auch mit Gesprächspartnern aus den Gewerkschaften konnte der Kirchentagsbesucher hier in Kontakt kommen: Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, und Bernhard Witthaut, Vorsitzender der GdP, standen als Ansprechpartner zur Verfügung. Für die IG Metall dabei: Regina Görner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Johann Horn, von der IG Metall in Ingolstadt, aber auch Betriebsräte und Jugendvertreter wie Klaus Friedrich, Renate Müller, Adem Bülut oder Sebastian Witzel. Heiner Geißler, ehemaliger Minister, CDU-Generalsekretär und attac-Mitglied, äußert massive Kritik am Neoliberalismus und unterzeichnete selbst die "Charta der jungen Generation". Prof. Margret Wintermantel, die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, sprach über doppelte Abiturjahrgänge und die Studienperspektiven heute. Zuschauer beteiligten sich an den Gesprächen, wollten manchmal nur ein Autogramm oder ein Foto mit dem prominenten Gast.

Gegen die zunehmende Prekarisierung in der Arbeitswelt

Neben Gottesdiensten, Bibelarbeiten und dem "Markt der Möglichkeiten" wurde der Kirchentag bestimmt von einer großen Anzahl Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, bei denen die Teilnehmer mit vielen prominenten Akteuren aus Politik und Gesellschaft in Berührung kommen konnten. Eine Einladung zum Kirchentag schlägt man so leicht nicht aus. IG Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner war mit dabei beim Forum "Welche Wirtschaft macht uns glücklich?", einer der zentralen Kirchentagsveranstaltungen in der Frauenkirche, in der der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Präses Nikolaus Schneider Impulsreferate vorgetragen haben. Görner plädierte für eine entschiedene Bekämpfung der Prekarisierung der Arbeitswelt: "Wer jungen Leuten die Chance auf ein sicheres Arbeitsverhältnis raubt, raubt ihnen auch die Chance, gesellschaftlich Fuß zu fassen und der Familie ein Mindestmaß an ökonomischer Sicherheit zu bieten. Und wer sich als Leiharbeiter mit geringeren Löhnen und miesen Arbeitsbedingungen abfinden muss, wird auch daran gehindert, stabile menschliche Beziehungen aufzubauen." Auf die Forderung nach einer Politik, die die Chancen der nachwachsenden Generation im Blick behält, verwies sie auf tarifpolitische Initiativen und internationale Vereinbarungen, die die IG Metall bereits in der Vergangenheit erstritten hatte.

In den Besucherströmen, die sich von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort bewegen, kann man zudem auf die Roadshow der Kampagne "Arbeit sicher und fair" treffen. Die ehrenamtlichen Kollegen, die den IG Metall-Auftritt auf dem Dresdener Kirchentag unterstützten, hatten am Ende vor allem eine Frage: "Wann gibt es den nächsten Kirchentag? Da sind wir wieder dabei."

Auch wer nicht selbst in Dresden sein konnte, kann sich in den sozialen Netzwerken über den Auftritt der IG Metall informieren. Infos, Fotos und Videos finden sich zahlreich auf der facebook-Seite "IG Metall auf dem Kirchentag". Sie verzeichnete allein bis Sonntagabend mehr als 9000 Zugriffe.

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