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tsentwicklung bei Pfleiderer in der Oberpfalz. Foto: IG Metall

Holzverarbeitung: Geschäftsentwicklung bei Pfleiderer in der Oberpfalz

Holzkonzern in Not

16.03.2011 Ι Pfleiderer - der weltweit drittgrößte Holzverarbeiter ist hoch verschuldet. Ein enormer Verlust im letzten Jahr hat das Grundkapital um mehr als die Hälfte aufgezehrt. Ein Stillhalteabkommen mit den Banken hält dem Unternehmen noch bis zum 31. März 2011 den Rücken frei. Bis dahin muss ein neues Finanzkonzept auf den Tisch - fordert die IG Metall.

Bei Pfleiderer ist es fünf vor zwölf. Inzwischen haben Hedge-Fonds bereits rund 200 Millionen Euro an Krediten von den Banken übernommen. Die IG Metall befürchtet, dass diese Fonds das Unternehmen zerschlagen können. Gefährdet sind rund 5600 Arbeitsplätze.

Wie Pfleiderer in diese Lage gekommen ist

Das mit etwa einer Milliarde Euro verschuldete Unternehmen aus Neumarkt in der Oberpfalz muss für 2010 einen hohen Verlust verkraften, der mehr als die Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft aufbrauchen wird. Gründe dafür sind Investitionen im Ausland und die weltweite Wirtschafts-und Finanzkrise. Zudem brach das Baugeschäft in Nordamerika und in Osteuropa ein. Managemenfehler führten bei Neubauten und Erweiterungen zu weiteren Verlusten. Bis zum 31. März 2011 läuft ein Stillhalteabkommen mit den Banken. Bis dahin muss Pfleiderer keine Zinsen und Tilgungen zahlen. Allerdings tobt inzwischen ein Machtkampf zwischen den alten und den neuen Geldgebern. Denn indem sie den Banken Kredite zu "Schnäppchenpreisen" abgekauft haben, sind nun Finanzhaie bei Pfleiderer eingestiegen.

Was jetzt notwendig ist
Um die drohende Insolvenz zu verhindern, ist nun ein Rettungsplan für Pfleiderer dringend notwendig. Dabei dürfen sich die Banken nicht vor ihrer Verantwortung drücken. Denn sie haben diese Krise mit ausgelöst. Im Kern kommt es auf folgendes an:

  • Pfleiderer braucht "frisches Geld", um die Liquidität zu sichern.
  • Die Gläubiger müssen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Die verbliebenen Altschulden und das "frische Geld" muss von dem Holzverarbeiter zurückgezahlt werden können.
  • Notwendig ist ein sogenannter Kapitalschnitt. Das heißt, das nominelle Kapital wird herabgesetzt. Dadurch verlieren die Aktionäre Anteile. Eine nachfolgende Kapitalerhöhung muss dem Unternehmen dann neue Mittel zuführen.
  • Pfleiderer braucht einen Rettungsplan. Das Unternehmen muss neu aufgestellt werden, damit seine Wirtschaftlichkeit gestärkt wird und es weiter bestehen kann.


Die IG Metall fordert die Banken auf, diesen Finanzplan zu unterstützen. Dann kann Pfleiderer sich wieder auf das Kerngeschäft und den heimischen europäischen Markt konzentieren. So ist das Unternehmen auch in früheren Jahren gewachsen.

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