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Holz und Kunststoff: Tarifrunde 2014 startet. Foto: PantherMedia / Arne Trautmann

Holz und Kunststoff: Tarifrunde 2014 startet

Beschäftigte diskutieren über Tarifforderung

26.02.2014 Ι Beim zweitägigen Auftakt in Frankfurt am Main fiel der Startschuss für die Holz-Tarifrunde 2014. Jetzt sind die Mitglieder aufgerufen, über die Tarifforderung zu diskutieren, über die der IG Metall-Vorstand in der zweiten Aprilwoche entscheiden wird.
Für die bundesweit rund 150 000 Beschäftigten in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie startet die Tarifrunde 2014. Die regionalen IG Metall-Tarifkommissionen haben beschlossen, die Entgelt-Tarifverträge zu kündigen - dem schloss sich der IG Metall-Vorstand im Februar an.

Wie viel mehr soll es sein? Jetzt sind die Mitglieder in den Holz- und Kunststoff-Betrieben aufgerufen, über die Forderung für die Tarifrunde zu diskutieren. Bis Ende März beschließen die Tarifkommissionen die Forderung, über die der Vorstand am 7. und 8. April entscheiden wird.

Demografische Zeitbombe

Die zu diskutierende Forderungshöhe orientiert sich unter anderem an der gesamtwirtschaftlichen Situation, an der Produktivität und der zu erwartenden Inflationsrate - also wie stark die Preise steigen werden. Das sowie auch die wirtschaftliche Lage in den Holz- und Kunststoffbranchen waren die Hauptthemen beim Tarifrunden-Auftakt der IG Metall in Frankfurt am Main.

Die Ankurbelung der Binnennachfrage sei gerade für die konsumabhängigen Holz- und Kunststoffbranchen dringend notwendig, sagte dort der zweite IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann vor den Gewerkschaftern aus den regionalen Tarifkommissionen. "Wenn die Inlandsnachfrage nachhaltig anspringen soll, müssen auch die Beschäftigten dort angemessen entlohnt werden."

Wichtig für die IG Metall ist vor allem, dass die Holz- und Kunststoffbetriebe für Auszubildende und junge Menschen attraktiv bleiben. In der Möbelindustrie etwa sind zwei Drittel der Arbeitnehmer zwischen 40 und 60 Jahre alt. Eine demografische Zeitbombe. "Weil die Beschäftigung in anderen Branchen anzieht, geraten die Holz- und Kunststoffbranchen mehr und mehr ins Hintertreffen bei der Anwerbung von Fachkräften", konstatierte Jörg Hofmann.

Überproportional mehr für Auszubildende

In der Tat: Wollen die Unternehmen zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie dringend etwas tun. Die Holz- und Kunststoffbetriebe sind mittelfristig auf junge Fachkräfte angewiesen - und die wachsen nicht auf den Bäumen. Wenn Arbeitgeber um Fachkräfte buhlen, müssen sie schon etwas mehr anbieten als nur einen warmen Händedruck.

Für die IG Metall ein Grund, für die Azubis überproportional mehr zu fordern. Das Richtmaß liegt bei 60 Euro. Und für die Beschäftigten ein Plus zwischen vier und fünf Prozent - bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. So etwa könnte die IG Metall-Forderung aussehen. Eine sehr vernünftige Orientierung, die in die tarifpolitische Landschaft passe, bekräftigte Hofmann. Der Gewerkschafter warb in Frankfurt für "ein flächendeckend und einheitlich gutes Ergebnis, das aber nur funktioniere, "wenn wir unsere organisatorische Basis verbreitern."

Jörg Hofmann: "Wer gute Einkommen und gute Perspektiven will, der muss jetzt die IG Metall stärken und Mitglied werden. Nur dann sind wir in der Lage, gemeinsam gute Abschlüsse hinzukriegen".

Die ersten Verhandlungstermine sind in Nordrhein-Westfalen am 7. April und in Baden-Württemberg am 9. April.

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Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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